Kamp-Lintfort kann Strukturwandel

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Kamp-Lintfort..  Sollte man das ganze Jahr in einen Satz fassen, so könnte man sagen: In Kamp-Lintfort läuft’s. Denn aus der Bindestrich-Stadt, der man einst nachsagte, sie sei ein Bergwerk mit angegliedertem Rathaus, kamen 2014 fast nur gute Nachrichten.

Zugegeben, die Nachricht im Februar, dass in Sachen Eyller Berg alles zurück auf Null gestellt wird und jahrelanger Bürgerprotest so gut wie nichts bewirkte, trübt die Bilanz ein wenig. Aber die guten Nachrichten überwogen: Die Hochschule Rhein-Waal zog um auf ihren neuen Campus, rundherum wurden moderne Studentenwohnungen hochgezogen, die Logport-Ansiedlung auf dem ehemaligen Kohlenlagerplatz ist beschlossene Sache. Hochschule und Logistik, beides bringt qualifizierte Jobs in die Stadt. 2014 war für Kamp-Lintfort somit ein weiteres Jahr heftigen, jedoch meisterlich beherrschten Strukturwandels – der Rückzug des Bergbaus hinterließ keine Kater-, sondern stimulierte zur Aufbruchstimmung. 2014 kämpfte man zudem intensiv für die Schienenanbindung.

Kokerei-Abfälle?

Mit ins neue Jahr nehmen die Kamp-Lintforter allerdings die drohende Gefahr, dass der Bergbau seine giftigen Kokerei-Abfälle im Boden lässt, was wenig zum Image einer Hochschulstadt passen würde: Grundwassergefährdung in absoluter Innenstadtnähe ist beileibe kein Standortvorteil. Politik und Verwaltung erinnerten den Bergbau an seine Verantwortung, doch passiert ist nichts. Ein geordneter Rückzug sieht anders aus.

Doch, in Kamp-Lintfort läuft’s. Mia san mia – dieser bayerische Spruch charakterisiert das enorme Selbstbewusstsein, mit dem die Stadt ihre Probleme gewissermaßen auf die Hörner nahm. Die Planungen für das neue Innenstadtquartier zeigten ebenso wie die Bewerbung für die Landesgartenschau, dass man sich keineswegs einschüchtern ließ von den Herausforderungen des Jahres 2014. Abschaffung der Kita-Gebühren, Kinder-Rabatt auf Baugrundstücke für junge Familien – Kamp-Lintfort gab 2014 den Startschuss zu einer Verjüngungskur.

Dass Tapferkeit zum Sieg führt, zeigte 2014 niemand besser als die zehnjährige Sina. Das MDS-kranke Mädchen kämpfte sich nach der Knochenmarkstransplantation zurück nach Hause, ist auf dem Weg der Besserung. Eine sehr gute Nachricht zum Ende des Jahres, an der sich alle Kamp-Lintforter freuten.