Kamp-Lintfort: In jedem Mensch steckt ein Entdecker

In Kamp-Lintfort wird der Kindergarten Zwergenland zum „Haus der kleinen Forscher". Botschafterin ist Yovonne Willicks. (li im Bild mit Ute Pofahl-Abel).
In Kamp-Lintfort wird der Kindergarten Zwergenland zum „Haus der kleinen Forscher". Botschafterin ist Yovonne Willicks. (li im Bild mit Ute Pofahl-Abel).
Foto: Christoph Karl Banski

Kamp-Lintfort..  Als „Haus der kleinen Forscher“ wird sich das Zwergenland jetzt präsentieren. Die Erzieherinnen wollen bei den Kindern Interesse für naturwissenschaftliche Phänomene aus dem Alltag wecken.

Müssen jetzt schon die Kleinsten auf den Ernst des Lebens vorbereitet werden? Was wird aus der unbeschwerten Kindheit, in der gespielt, geträumt, getrödelt wird? Ein Luxus vergangener Tage, den wir uns nicht mehr leisten können, wegen des zu geringen Interesses junger Menschen an naturwissenschaftlichen Schul- und Studienfächern? Berührungsängste sollen abgebaut werden, am besten schon im Kindergarten. Deshalb unterstützt das zdi (Zukunft durch Innovation)-Zentrum der Hochschule Rhein Waal das Projekt „Haus der kleinen Forscher“. Damit soll ein Beitrag zur langfristigen Nachwuchssicherung in den Natur- und Ingenieurwissenschaften geleistet werden.

Dabei würden Kindheit und Forschergeist aber nicht gegeneinander ausgespielt, erklärt Ute Pofahl-Abel, Leiterin der Einrichtung. Denn in jedem noch so kleinen Menschen steckt ein Entdecker, der bei jedem neuen Spielangebot leuchtende Augen bekommt. Das mit der Forschung, komme dann von ganz alleine. Wie bei Quevin und Lorena, die versuchen, möglichst schnell mit einem Magneten fünf Gegenstände aus der großen roten Kiste zu angeln. „Holz ist doch nicht magnetisch“, tönt Quevin zu seiner Spielkameradin. Doch wie von Geisterhand bleibt der gelbe Holzwürfel dann doch an dem Magneten hängen. Ein kleiner Metallpunkt macht es möglich. Genau hingucken lohnt sich.

Experimente, die dem Alltag entspringen, haben die Erzieherinnen und Kinder des Zwergenlands schon in der Vergangenheit beschäftigt. Deshalb gab es jetzt das Zertifikat „Haus der kleinen Forscher“. Die WDR-Moderatorin und geborene Kamp-Lintforterin, Yvonne Willicks, kam als Botschafterin des Projekts in die Kindertagesstätte, der Lions Club sagte Unterstützung zu, die Politik gratulierte. Und in all dem Trubel sah man den Stolz über das Privileg in den Augen der Kinder blitzen.

Sie haben schon herausgefunden, was auf dem Wasser schwimmen kann und was nicht, was fliegen kann, was magnetisch ist. So spannend ist nicht jedermanns Kindergartenalltag.

Aber: „Es ist nicht wie in der Schule“, erklärte Martin Kreymann vom zdi-Zentrum Kamp Lintfort. „Die Kinder stellen selber Fragen und beantworten sie sich selbst. Der Forschungsprozess sei außerdem viel mehr als eine Möglichkeit, Berührungsängste mit den Naturwissenschaften zu überwinden: „Soziales Verhalten, motorische Fähigkeiten und Sprache werden spielerisch ausgebaut.“

Das zdi bietet Seminare für alle interessierten Erzieher an. In den Fortbildungen bekommen die Pädagogen Anregungen, wie sie die Kinder experimentieren lassen können. Informationen, wie eine Kindertagesstätte zum „Haus der kleinen Forscher“ werden kann gibt es unter: www.haus-der-kleinen-forscher.de