Kamp-Lintfort: Forster-Schüler auf Entdeckungsreise

Mit allen Sinnen: Lena, Pantea, Anastasia und Michelle aus der 6. Jahrgangsstufe testen den Geschmack von Lebensmitteln mit verbundenen Augen..
Mit allen Sinnen: Lena, Pantea, Anastasia und Michelle aus der 6. Jahrgangsstufe testen den Geschmack von Lebensmitteln mit verbundenen Augen..
Foto: Ulla Michels
Beim Tag der Naturwissenschaften am Georg-Forster- Gmynasium stand das Experimentieren im Mittelpunkt

Kamp-Lintfort..  Aus dem Klassenraum riecht es nach leicht karamellisiertem Zucker mit einem Hauch Zitronensaft, über das Schulgelände tanzen riesige Seifenblasen: Assistiert von Schülern der zehnten Klasse tauchten am gestrigen Mittwoch die Sechst- und Siebtklässler des Georg-Forster-Gymnasiums ein in die Welt der Naturwissenschaften. In zwölf Workshops konnten die Schüler einen Vormittag lang das machen, was im Schulalltag manchmal zu kurz kommt – nach Herzenslust experimentieren.

Im Erdgeschoss hieß es für Laura und ihre Gruppe: Augen zu und los. Teste deine Sinne hieß hier die Aufgabe, und die hielt manche Überraschung bereit – das im wahren Wortsinn. „Das ist die Hülle von einem Ü-Ei“, jubelt eine Schülerin, als sie die leere gelbe Plastikform mit verbundenen Augen ertastet – sicheres Terrain für eine Sechstklässlerin. Eine Etage höher erforschen die Schüler die Welt der Geheimschriften. Wie versteckt man mit Zucker, Zitronensaft oder Backpulver handgemachte Botschaften, und wie lässt man sie später wieder sichtbar werden? Für die 13-jährige Selin ist es eine Premiere, als sie über der wärmenden Flamme eines Teelichtes sieht, wie auf dem weißen Blatt Papier plötzlich Zeichen sichtbar werden. Ein paar Tische weiter geht es um eine ganz spezielle Form der versteckten Nachrichten – nämlich um das, was vor Lehreraugen in der Regel verborgen bleiben muss: „Spicken“ einmal ganz legal – das auch noch mit voller Unterstützung des Lehrkörpers. Matheformeln auf der Pausenbanane, Merksätze in der Verpackungsfalte des Energieriegels – „das gehört auch zum Schulalltag“, schmunzelt eine Lehrerin.

Im Workshop Astronomie hat Melina eine drehbare Sternenkarte gebastelt, eine Tür weiter geht es um das Überleben im Großstadtdschungel oder wahlweise auf einer einsamen Insel. Thema unter anderem: Wie gewinne ich Energie aus Obst. Zehntklässler Jakub hilft den jüngeren Schülern beim Bau einer Trockenbatterie aus Mangandioxid, Stärke und Wasser. Einziges Manko: „Besonders stark ist die leider nicht.“ Warum platzt eine Seifenblase und wie kann man selbst Seife herstellen? Was sich nach purem Vergnügen anhört und sich – den Gesichtern der Schüler nach zu urteilen – offensichtlich auch so anfühlte, setzt das Wissen um naturwissenschaftliche Zusammenhänge voraus – Wissen, das an diesem Tag über das Experimentieren mit viel Lust vermittelt wurde.

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