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Kamp-Lintfort: Die etwas andere Weihnachtsausstellung

21.11.2015 | 09:00 Uhr
Kamp-Lintfort: Die etwas andere Weihnachtsausstellung
Maximilian Verhas aus Berlin, Muyan Lindena aus Köln und Wilfried Weiss aus Duisburg (v.l.) im Ausstellungsraum.Foto: Volker Herold

Kamp-Lintfort. Eine klassische Adventsausstellung sieht anders aus: An der Wand des Museums Kloster Kamp hängt eine rote Heuschrecke aus den Überresten eines Plastiktraktors, in der großen Vitrine wecken Rollkörper aus Bronze Lust auf Berührung: „XMAS 15/16“ heißt die aktuelle Ausstellung auf dem Klosterberg, in der drei Künstler zu einer etwas anderen Weihnachtsausstellung zusammengefunden haben.

Nicht immer Krippen

Positionen zur Menschenfreundlichkeit lautet der Untertitel der Schau – und die sind für Peter Hahnen vom Geistlichen und Kulturellen Zentrum die Anbindung an die nahende Weihnachtszeit. Immer Krippen? Muss nicht sein ...

Am Donnerstag, 19.11.2015, in Kamp-Lintfort am Abteiplatz. Ausstellung im Museum Kloster-Kamp. Die Künstler Hier: Eine Nahaufnahme auf ein Werk von Muyan Lindena . Foto: Volker Herold / FUNKE Foto Services Foto: Volker Herold

So etwa zeigt Muyan Lindena aus Köln ebenso ästhetisch schönen wie geheimnisvoll anmutende Objekte: Der 38-Jährige zersägt alltägliche, meist wertlose Materialien wie zum Beispiel Coca-Cola-Dosen oder Styropor-Becher und lässt daraus mit verblüffender Leichtigkeit etwas völlig Neues entstehen. Oft sind die Alltagsdinge so kunst- und formvoll verfremdet, dass man ihren Ursprung erst auf den zweiten Blick erkennt.

Ob mit der Säge oder der Flex: „Allein durch einen Diagonalschnitt kann schon etwas Spannendes entstehen“, sagt Lindena, den als Künstler auch Neugier und Forschergeist antreibt: „Für mich ist es eine Entdeckung, dass selbst ein banaler Gegenstand noch so viele Geheimnisse bergen kann.“

Geheimnisvolles steckt auch in vielen Bildern des Duisburger Künstlers Wilfried Weiss. Seine Reliefarbeiten wirken wie Fresken an alten Gemäuern – die feinen Risse in den maskenhaften Gesichtern spiegeln Verletzlichkeit wider. Anderes lädt zum Innehalten: „Klangbilder“ nennt Weiss seine meditativen Arbeiten, die zum Innehalten einladen.

Skulpturen in Bewegung

Den spielerischen Kontrapunkt setzt der Berliner Maximilian Verhas mit seinem „sculptures in motion“ – Skulpturen in Bewegung. Was der 55-Jährige in schwere Bronze gießt und mitunter auch mit scharfen Kanten und schroffen Zacken versieht ist trotzdem von spielerischer Leichtigkeit. Weil die meisten seiner Objekte, einmal angestoßen, rollen können. „Mir ist irgendwann aufgefallen, dass Skulpturen fast immer Statuen sind. Oft kann man sich das Dahinter gar nicht vorstellen. Damit sie ,allansichtig’ sind, müssen sie sich bewegen. Und genau darum geht es bei meinen Objekten,“ sagt der Bildhauer, der in Berlin-Spandau im letzten Jahr seinen eigenen Skulpturengarten eröffnet hat. Wie ein Berliner, ein Kölner und ein Duisburger gemeinsam ins Museum Kloster Kamp kommen? Durch ihre gemeinsame Galeristin Henrietta Weithorn aus Düsseldorf, die die Ausstellung kuratiert hat.

Gabi Gies

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2015-11-21 09:00
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