Junger Verein in Kamp-Lintfort führt die Kita weiter

Die Vorstandsmitglieder Birgit Hartmann und Petra Fösken.
Die Vorstandsmitglieder Birgit Hartmann und Petra Fösken.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Die Elterninitiative „Inklusive Kindertagesstätte Alte Schule Hoerstgen“ übernimmt die Trägerschaft über das ehemalige Haus Kunterbunt in Hoerstgen.

Kamp-Lintfort..  Was aus einer Idee beim Kaffeetrinken so alles werden kann... Bei Dr. Birgit Hartmann, Petra Fösken und Stefanie Meivogel wurde es gleich ein ganzer Kindergarten für behinderte und nicht behinderte Schützlinge. Und: Es gibt sogar noch einige wenige Plätze fürs neue Kindergartenjahr.

„Als uns vor anderthalb Jahren die Kunde erreichte, die Einrichtung Haus Kunterbunt in Hoerstgen werde vom Kreis Wesel dicht gemacht, hätten wir nicht gedacht, dass es eine Möglichkeit gäbe, sie weiterzuführen“, schildert Petra Fösken. Es sollte anders kommen.

Kreis gibt Trägerschaft ab

Denn inzwischen hat sich viel getan. Zwar gibt der Kreis die Trägerschaft kommenden Sommer tatsächlich auf. Aber dafür gibt es jetzt den Verein „Inklusive Kindertagesstätte Alte Schule Hoerstgen“. Er gründete sich im vergangenen Herbst und hat sich zur Aufgabe gemacht, den ungewöhnlichen Kindergarten weiterzuführen.

Derzeit gehen acht besonders zu fördernde Kinder in die heilpädagogische Gruppe. 15 Kinder gehen in die integrative Gruppe, dort gibt es fünf Förderkinder. Sie kommen hauptsächlich aus Kamp-Lintfort, Moers und Neukirchen-Vluyn. „Gerade Kinder mit hohem Förderbedarf sind in der kleinen, heilpädagogischen Gruppe gut aufgehoben“, weiß Birgit Hartmann.

Zu den Motiven, sich derart ins Zeug zu legen: „Wir wollten das Haus gerade für die Förderkinder erhalten“, schildert Birgit Hartmann, selbst Lehrerin. Sie und ihre beiden Mitorganisatorinnen haben zwar spätestens ab Sommer kein Kind mehr in der Kita. „Aber es wäre schon wegen des großen Know-hows schade, sie zu schließen.“ Auch ein Netzwerk habe sich in langen Jahren gebildet. „Hier wird super Arbeit geleistet, die Kinder sind optimal versorgt.“ Neben den viereinhalb Betreuerinnen-Stellen gibt es in der Kita auch noch Ergo-, Sprach- und Physiotherapeuten, Sozialpädagogen und Heilpädagogen. Elf Mitglieder hat der Verein schon, weitere werden dazu kommen, wenn sie ihre Kinder anmelden. „Die Mitgliedschaft ist Pflicht in einem Elterninitiativ-Kindergarten“, berichtet Petra Fösken.

Sponsoren gesucht

Doch suche man auch passive Mitglieder und Sponsoren, um Einnahmen zu erzielen. Zu den Finanzen: „Wir bekommen 96 Prozent der Kosten vom Landschaftsverband. Vier Prozent müssen wir selbst tragen.“ Was wohl auch möglich sein werde, gerade stelle man die Bilanzen auf. „Bisher zahlten die Eltern in Lintfort 180 Euro monatlich für einen Platz. Die entfallen bekanntlich ab Sommer. Daher liegt der zu zahlende Beitrag deutlich unter dem alten Satz.“ Verpflegung gibt es auch: Eine Hauswirtschafterin wird die Kinder täglich mit frischem Essen versorgen.

In der Tagesstätte gibt es unter anderem auch schwerst mehrfach behinderte Kinder, beispielsweise eines im Rollstuhl, das nicht sprechen kann. Anderen sieht man den Förderbedarf nicht gleich an. „Alle kümmern sich mit um die Förderkinder. Für die anderen ist es wichtig, auf diese Weise soziale Kompetenzen zu erwerben, die ihnen ein Leben lang zugute kommen“, meint Birgit Hartmann. Genau deshalb seien auch die Eltern der nicht behinderten Kinder so überzeugt von der Einrichtung an der Molkereistraße.