Jugend will mehr Freizeitangebote in Kamp-Lintfort

Beliebter Treffpunkt für die Jugend: das EK3
Beliebter Treffpunkt für die Jugend: das EK3
Foto: FUNKE Foto Services
Die Hochschule Rhein-Waal befragte die Jugendlichen, was ihnen in der Stadt fehlt. Stadt will den Park am Pappelsee attraktivieren.

Kamp-Lintfort..  Wie ticken die Jugendlichen in Kamp-Lintfort und wo und wie verbringen sie ihre Freizeit? 2134 Kinder und Jugendliche zwischen 12 und 19 Jahren hatten Studenten der Hochschule Rhein-Waal im vergangenen Jahr nach ihren Bedürfnissen und zu ihrer Freizeitnutzung befragt. Am Mittwoch wurde der abschließende Ergebnisbericht in der Sitzung des Jugendhilfeausschusses vorgestellt – und stellt Verwaltung und Institutionen, die sich in Kamp-Lintfort um Kinder und Jugendliche kümmern, jetzt vor neue Herausforderungen.

Eine gute Stunde lang präsentierte Professor Georg Hauck von der Hochschule Rhein-Waal den Ausschussmitgliedern den repräsentativen Datensatz. Befragt wurden die Schüler aller weiterführenden Schulen in Kamp-Lintfort. Darunter allerdings auch Schüler der Unesco-Schule, die gar nicht in Kamp-Lintfort wohnen, äußerten einige der Ausschussmitglieder nicht nur an dieser Stelle leise Kritik an der Vorgehensweise. Trotzdem dürfte der Bericht Politik und Verwaltung genügend Informationen liefern, in naher Zukunft das Angebot für Kinder und Jugendliche in der Stadt zu optimieren.

Wo sich die Mehrzahl der Jugendlichen in Kamp-Lintfort trifft? Jedenfalls nicht in den von der Stadt angebotenen Jugendtreffs. Stattdessen steht hier das EK3 an erster Stelle, ähnlich attraktiv für die Jugendlichen sind McDonald’s und Burger King. Viel genutzt wird aber auch das Pappelseebad und der Park am Pappelsee. Weitere Anlaufstellen in der Innenstadt: das „Picasso“ und das Eiscafé am Prinzenplatz. Auch die örtlichen Sportvereine spielen für die Freizeitgestaltung eine große Rolle: 791 der Befragten gaben an, Mitglied in einem Sportverein zu sein. Trotzdem formulierten die Befragten Kritik: „Kamp-Lintfort braucht mehr Freizeitangebote“ fanden immerhin 1268 Befragte, vor allem mehr in den Ferien. Deutlich wurde außerdem: Den Jugendlichen fehlen bestimmte Geschäfte in Kamp-Lintfort sowie ein Kino.

Vieles wie etwa die Ansiedlung beliebter Markengeschäfte oder eines Kinos könne man als Verwaltung nicht beeinflussen, sagte Dezernent Christoph Müllmann. In anderen Dingen werde aber bereits weiter gedacht: So läuft gerade eine weitere Kooperation mit der Hochschule Rhein-Waal an, bei der es um die attraktive Gestaltung eines Treffpunkts im Park am Pappelsee gehe. Weitere Gespräche laufen mit den Trägern verschiedener Freizeitangebote, was die Aufstockung von Angeboten in den Ferien angehe.

„Im Moment ist viel in Bewegung“, sagte auch Martina Bode von der Jugendhilfeplanung in der Ausschusssitzung. „Ein Kino bauen können wir nicht, aber vielleicht Kino anbieten. Wir wollen jetzt mit den Jugendlichen über ihre Rückmeldungen bei der Befragung ins Gespräch kommen.“

EURE FAVORITEN IN DIESER STUNDE