John Waszek im Terrassengarten Kloster Kamp

John Waszek mit einem seiner Bilder.
John Waszek mit einem seiner Bilder.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Der Künstler blickt mit seiner Ausstellung „Zwischen Himmel und Erde“ in der Westlichen Orangerie bis zum Horizont – und weiter.

Kamp-Lintfort..  Ganz schön flach, die Arbeiten, die John Waszek in der Westlichen Organgerie des Terrassengartens am Kloster Kamp zeigt. Das liegt in der Natur der Sache: „Zwischen Himmel und Erde“ ist die aktuelle Ausstellung überschrieben. Da liegt bekannterweise der Horizont. Und so kommt es, dass manche dieser Bilder gerade mal Linealhöhe haben. Manche recken sich etwas mehr in die Höhe, aber es bleibt immer beim gestreckten Querformat.

Abfallpapier

Entstanden ist die Serie über drei Jahre. Etwa 60 Arbeiten sind zu sehen, insgesamt gibt es über 400. „Das reicht, jetzt ist die Spannung raus“, sagt Waszek, der in der bildenden Kunst ebenso zu Hause ist wie in der Literatur. Und seine nächsten Projekte, da ist er sicher, werden wieder große Formate und wahrscheinlich monochrome.

Die Entstehung der Horizonte ist eine besondere Geschichte: „Ich kann nichts wegschmeißen. Und so habe ich in der Zeit, in der ich Leiter der Radierwerkstatt der Fachhochschule Düsseldorf war, immer die Blätter mit den Fehldrucken mit nach Hause genommen. Die fielen mir in die Hände“, berichtet der Krefelder. Aus diesem fehlbedruckten „Abfall“ riss er die schmalen Stücke – mal größer, mal ganz klein – aus und ließ den Franselrand wie er war. Und dann: Farbe! Alles, was da war, nass in nass, Acryl, Aquarell: „Und dann gucken, was rauskommt“, erklärt Künstler das Verfahren.

Auf jeden Fall eine ziemlich bunte Angelegenheit. Das Auge ist bei dieser Ausstellung ziemlich beschäftigt. Es lohnt in jedem Fall immer, einmal näher heranzutreten an diese Bilder, die nur im Format, nicht aber im Ausdruck auf der Schmalspur daherkommen. Dann kann man noch in vielen Fällen die Fehldrucke erkennen, die unter der Farbe liegen, oder die Löcher in den Druckplatten. Manche der Horizonte hat John Waszek auch noch weiter bearbeitet, nachgeweißt oder manches wieder aufgekratzt, um ihnen noch mehr Tiefe zu geben. Und zwischendurch bricht er auch ganz aus und serviert dem Betrachter Grautöne mit einem roten Strich drin. Es gibt eben nichts, was es nicht gibt zwischen Himmel und Erde.