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Jetzt rücken sie mit der Wahrheit heraus

05.10.2008 | 17:26 Uhr

HOMBERGER STRASSE. Der Moerser Gerd Semper hat beim Tiefbauamt nachgefragt, wer für die Schäden verantwortlich ist. Er bekam Antwort.

Hat einfach mal nachgefragt:Gerd SemperDAS DAUER-DILEMMA

MOERS. Leser Gerd Semper wollte endlich Klarheit haben. Endlich wissen, wie es zu den Schäden an der Homberger Straße kommen konnte und wer dafür verantwortlich ist. Er suchte im Rathaus das Gespräch mit Lutz Hormes, Leiter des Fachbereichs Tiefbau. Und wie Gerd Semper feststellen durfte: Lutz Hormes sagte ihm klipp und klar, was Sache ist.

Sempers Einschätzung nach dem Gespräch: "War damals eine riskante Sache. Konnte halten, konnte nicht halten." Lutz Hormes habe unumwunden zugegeben, dass es "eine ganz heiße Kiste" gewesen sei. Aber der Rat der Stadt, also die Politiker, hätten es so entschieden, nachdem sie auf die Risiken aufmerksam gemacht worden seien. Als 2006 eine Sanierung der Homberger Straße anstand, habe die Stadt auf die Gewährleistung des Bauunternehmens verzichtet. Sonst hätte der Unternehmer die Arbeit gar nicht erst angefangen.

Auf Anfrage der Redaktion bestätigt Lutz Hormes das Gespräch : "Mitte der 90-er Jahre befand sich die Homberger Straße auf dem absteigenden Ast. Die Einkaufsader der Stadt sollte eine wesentlich bessere gestalterische Qualität erhalten." Dies, so Lutz Hormes, sei das oberste Ziel gewesen. Ebenso sei es klar gewesen, dass es unter Umständen durch den Busverkehr Probleme geben könnte.

Risiken in Kauf genommen

Zudem habe die 1998 gültige Fassung der Richtlinie für Straßenoberbau (RStO) eine Ausführung der Homberger Straße mit Pflastersteinen nicht verboten. "Man hat sich eingedenk der Risiken ganz bewusst für die gestalterische Qualität entschieden", erklärt der Fachbereichsleiter.

Und weiter: "Wir sind die Fachmenschen, also stehen wir grundsätzlich dafür gerade." Es sei auch richtig, so Lutz Hormes weiter, dass man bei der Sanierung 2006 bewusst auf die Gewährleistung verzichtet habe.

Was sein Gespräch mit Gerd Semper angeht, so sagt Lutz Hormes: "Das ist eine öffentliche Angelegenheit. Herr Semper hat lediglich von seinem Recht, sich zu informieren, Gebrauch gemacht."Schön sah sie aus, die Pflasterung der Homberger Straße im Bereich zwischen Kö und Kreisel, die auch mit Beiträgen der Anlieger geschaffen worden war. Doch sie blieb nicht lange schön, da sich die Steine unter der Last der täglich rollenden Busse schon bald zu senken begannen und schließlich zu erheblichen Spurrillen führten. In denen sammelte sich nach Regenfällen das Wasser, mit dem so mancher Passant durch vorbeifahrende Fahrzeuge gesegnet wurde. Auch eine Anhebung der Steine brachte nur vorübergehenden Erfolg. Um länger Ruhe zu haben, entschloss sich die Verwaltung - sehr zum Ärger der Geschäftsleute - zur Asphaltierung dieses Streckenabschnitts. Angestrebt wird, die Homberger zwischen Kö und Kreisel zu einer richtigen Fußgängerzone zu machen. Dann sollen auch Pflastersteine wieder Einzug halten. (erp.)

HARRY SEELHOFF



Kommentare
06.10.2008
22:09
Jetzt rücken sie mit der Wahrheit heraus
von dexterinblack | #8

Lieber Herr Küster, meinen Sarkasmus kennen Sie ja zur Genüge - dazu weiss ich nicht mal, wer vor 10 Jahren dafür verantwortlich war im Rat. Wer hatte nochmal so eine absolute Mehrheit damals...keine Ahnung. ;)

Schön, dass sich die FBG meine Prinzipien zum Programm gemacht hat. *grins*. Ich bin ja für mehr Bürgerdemokratie gerade im kommunalen Bereich.

Ob ich meine Leute pauschal treffe.... müssten die selbst entscheiden. Wer sich angesprochen fühlt beschwert sich bestimmt über den Mut undifferenziert einzuprügeln....

Aber jetzt mal ernsthaft: Wie soll man diese damalige Entscheidung denn bewerten? Wider besseren Wissen ein bestimmte Sache durchziehen? Wo schon die beauftragte Firma von einer Haftung Abstand nimmt? Weil es so absurd ist?

Und was sollen jetzt die Anlieger sagen? Asphalt, wo Pflaster sein sollte?

Entweder hätten die das praktische, also Asphalt oder so was, von vornherein nehmen sollen - oder gleich den Busverkehr rauslassen sollen. Und das befahren von Kraftwagen von über 7,5t untersagen. Oder wie?

Und es gibt da noch so einige Dinge, die befremdlich wirken. Wo man sich wirklich fragt: Ist das wirklich gut, dass Amateure so was entscheiden dürfen? (Achtung: wieder sarkasmus)

06.10.2008
19:54
Jetzt rücken sie mit der Wahrheit heraus
von cpk | #7

Zum Bericht: The Administration strikes back (Die Verwaltung schlägt zurück). Ein Klassiker: Endlich ist ein Schuldiger gefunden, aber immer noch keine vernünftige Lösung.

Zu dexterinblack: Herr Oppdehipt, dass Sie nun einerseits hier pauschale Schimpfe verteilen und damit auch Ihre Leute treffen ist schon lustig, dass dann aber zum Schluß noch einige Grundsätze der Freien Wähler und Bürger zum Besten gegeben werden, find ich natürlich richtig super.

Claus Peter Küster
FBG Frak.vors.

06.10.2008
15:34
Jetzt rücken sie mit der Wahrheit heraus
von dexterinblack | #6

@mo-fan: Parteipolitiker. *Lächel*. Weder durchgewunken noch Weggeguckt. Aber machen kann man/ich halt nicht viel. Außer diskutieren. Was schade ist.
Aber dafür versuche ich mal provokant die Hintergründe rauszukitzeln. Zum Nachdenken. Oder auch nicht.
Schön wäre, wenn man mal über alle Fraktions-und Parteigrenzen hinweg mit Verwaltung und Bürger mal ausloten würde, was wirklich geht, was gewünscht ist, was sinnvoll ist usw. Ansätze sind ja durchaus vorhanden. Aber ich befürchte, dass die Karten noch lange nicht alle auf dem Tisch sind.

06.10.2008
14:22
Jetzt rücken sie mit der Wahrheit heraus
von mo-fan | #5

Und was ist dann jemand der in einem Parteivorstand ist? Ein Durchwinker oder ein Weggucker?

06.10.2008
13:37
Jetzt rücken sie mit der Wahrheit heraus
von dexterinblack | #4

Vor 15 Jahren war ich noch nicht in Moers - ich krieg nur die Lateralschäden jetzt mit. Und ich frage mich in der Tat wie dilletantisch da herumgedoktert wird. (Ist ja zum Glück [haha] nicht in Moers allein so).
Nach allem, und da tut es mir auch für die Ehrenamtlichen, die es undifferenziert mittrifft, sind Lokalpolitiker entweder überfordert mit dem was sie entscheiden sollen, gefangen im Fraktionszwang wider besseren Wissens oder eben Ruhmgeil nach dem Motto: Das habe ich gemacht....
Sachliche Erwägungen hätten damals bei der Planung erwogen sein sollen. Man kann nur spekulieren weshalb man wider besseren Wissens dies so geplant hat.

@mofan: Ich bin kein Lokalpolitiker. Ich darf nämlich nicht in den Rat oder in den Kreisrat. Weil ich beruflich kollidieren würde. Tja, passives Wahlrecht eingeschränkt.... Aber ich darf mich doch mal einfach aufregen über sinnlose Verschwendung von Steuergelder? Das mache ich sogar bei meiner eigenen Partei.

06.10.2008
12:48
Jetzt rücken sie mit der Wahrheit heraus
von christoph melzer | #3

Danke dexterinblack für ihre sachlichen Erwägungen. Hätten wir nur mehr so engagierte BürgerInnen, die sich schon 15 Jahre nach der Debatte um die von Allen! gewünschte Sanierung der Homberger Strasse zu Wort melden. Auf Menschen, die sich jahrelang ehrenamtlich in der Politik engagieren, völlig undifferenziert einzuprügeln, dazu gehört Mut und Sachkenntnis!
Super!

06.10.2008
11:34
Jetzt rücken sie mit der Wahrheit heraus
von mo-fan | #2

Und das sagt ein CDU Lokalpolitiker!?

05.10.2008
21:28
Jetzt rücken sie mit der Wahrheit heraus
von dexterinblack | #1

So sieht es halt aus wenn dilletantische, ignorante und tumbe Lokalpolitker ihren Ruhm mehren wollen. Anstatt im Sinne des Bürgers zu handeln.

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