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Stadtentwicklung

Jetzt hat Charterhaus auch Horten

29.12.2012 | 11:00 Uhr
Jetzt hat Charterhaus auch Horten
Grafen-Galerie Pläne Stand 12/2012, Ansicht aus Richtung AugustastraßeFoto: Charterhaus

Moers. Der rote Teppichboden ist soeben verlegt worden, einige Lampen sind neu, an den Wänden hängen Bilder, auf den langen, wuchtigen Holztischen kann man sich außer ausgebreiteten Architektenplänen ebenso gut deftige Speisen und Getränke vorstellen. Hier an der Homberger Straße 42, wo früher die Dresdner Bank residierte, hat sich die Firma Charterhaus auf zwei Etagen häuslich eingerichtet. Wie ein Provisorium wirkt nichts. Das Büro macht offenkundig, dass Charterhaus bleiben will und seine Chefin Brigitte van der Jagt davon überzeugt ist, ihre 60-Millionen-Euro-Investition nebenan erfolgreich zu Ende zu bringen: die Grafen-Galerie.

Auch sonst macht Brigitte van der Jagt Nägel mit Köppen. Das Gebäude mit dem Baubüro und eine weitere Immobilie an der Feldstraße sind in ihrem Eigentum. Dasselbe gilt jetzt auch für den fettesten Brocken auf dem Gelände, auf dem einmal das Center mit 18 000 Quadratmetern Einkaufsfläche stehen soll: Am gestrigen Freitag ist das frühere Horten-Haus ins Eigentum ihrer Firma Charterhaus übergegangen, „unwiderruflich“, sagt van der Jagt. Anfang Januar hofft sie, den Kauf des C&A-Gebäudes abwickeln zu können. Das ehemalige Tankstellengrundstück und das „Blaue Haus“ zwischen Homberger und Essenberger Straße hat sich die Projektentwicklerin ebenfalls gesichert.

Kritische Nachbarn

Für einen endgültigen Baubeschluss ist es freilich noch zu früh. Mitte Januar wird Brigitte van der Jagt wahrscheinlich im Fachausschuss des Moerser Rates über den Fortgang ihres Großprojektes berichten. Möglicherweise beginnt Ende des Monats die Bürgerbeteiligung. Bekannt ist, dass einige unmittelbare Nachbarn die Grafen-Galerie-Pläne kritisieren, weil das hohe Gebäude, so fürchten sie, ihren Wohnungen die Sonne nehmen könne. Architekt Lars Wechsler hat deshalb umgeplant: Das Center soll zur Feldstraße hin niedriger werden. Unabhängig davon versichert Brigitte van der Jagt, „dass wir bei einer derartigen Investition nicht beim ersten Problem davon laufen“. Sie sei zum Gespräch jederzeit bereit: „Dann setzt man sich zusammen, und dann wird man eine Lösung finden.“

Ausreichend Schallschutz

Keine Probleme sieht der Verkehrsgutachter laut van der Jagt in seiner soeben fertig gewordenen Stellungnahme darin, dass die Pkw zu den 400 Parkplätzen in den oberen Etagen der Grafen-Galerie über einen noch zu bauenden Kreisel an der Otto-Hue-Straße/Ecke Bankstraße anfahren. Die Anlieferung für die Geschäfte per Lkw werde man auf der Bankstraßenseite abwickeln – „und zwar auf dem Grundstück selbst“, wie Architekt Wechsler betont. Für ausreichend Schallschutz werde man sorgen. Was dann noch fehlt, ist ein Gutachten zur Verträglichkeit des geplanten Einkaufszentrums mit dem vorhandenen Einzelhandel.

Thomas Wittenschläger



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