Jeder kann helfen

Pastoralreferent Thomas Riedel (Mitte), Migrationsberaterin Sabine Marx-Krimi (links) und Sprachberaterin Marlis Schmidt-Menke (rechts) von der Caritas organisieren Hilfe für Flüchtlinge.
Pastoralreferent Thomas Riedel (Mitte), Migrationsberaterin Sabine Marx-Krimi (links) und Sprachberaterin Marlis Schmidt-Menke (rechts) von der Caritas organisieren Hilfe für Flüchtlinge.
Foto: Ulla Michels
Was wir bereits wissen
Kirchengemeinden und Caritas suchen Ehrenamtler, die Flüchtlinge unterstützen

Kamp-Lintfort..  Für Thomas Riedel war es in der Vorweihnachtszeit eine Begegnung mit Folgen: Der Pastoralreferent kommt gerade von einem Dienstgespräch, als er an der St. Josef-Kirche Menschen bemerkt, die offensichtlich Hilfe suchend an einer Tür klingeln. Als Riedel sie anspricht stellt er fest, dass er ihre Sprache nicht versteht. Weil er allein deshalb nicht aufgeben will, nimmt er die Menschen mit ins Büro der Caritas gegenüber, wo eine Sekretärin ihm spontan dabei hilft, einen Dolmetscher zu finden. „Wenn man so will, war das der Anfang unserer Zusammenarbeit“, sagt Riedel. Gemeinsam mit dem Caritasverband will die Kirchengemeinde St. Josef das bestehende Hilfsangebot für Flüchtlinge der Stadt und des Internationalen Bundes jetzt mit weiteren Aktionen unterstützen. Mit im Boot ist die evangelische Kirchengemeinde Lintfort. „Wenn es um Flüchtlinge geht, haben wir als Kirche da zu sein“, findet Riedel.

„Wir haben die Chance über die Gemeinde ehrenamtliche Helfer zu gewinnen, die Caritas hat das entsprechende Fachwissen und die Kontakte, die Hilfe zielgenau ankommen zu lassen“, sagt Riedel. Bereits in den Weihnachtsgottesdiensten hatte die Gemeinde Zettel verteilt, auf denen potenzielle Helfer ihre Unterstützung je nach Neigung anbieten konnten. Wer kann bei Behördengängen oder Arztgängen helfen, wer spricht eine Fremdsprache, wer kann Stadtführer spielen, Deutschunterricht geben oder wer kann welche Einrichtungsgegenstände entbehren oder solche transportieren? Bislang, so Riedel, habe er allein aus der Gemeinde 40 Rückmeldungen. Und es sollen noch mehr werden.

„Die Flüchtlinge kommen hier an und brauchen eigentlich das komplette Paket an Hilfe, sie sind erst mal ausgebremst durch die Gesetzeslage“, sagt Sabine Marx-Krimi, Migrationsberaterin bei der Caritas. Aktuell beherbergt Kamp-Lintfort 167 Flüchtlinge, davon etwa 50 Kinder, Tendenz steigend. Seitdem die Zahlen so gestiegen sind, hat sich auch der Arbeitsalltag der Migrationsberaterin verändert. „Jeder, der Lust hat zu helfen, kann selbst entscheiden, wo und wie er sich einbringen will. Dabei geht es nicht um die große verpflichtende Regelmäßigkeit, sondern vor allem um punktgenaue Hilfe“, so Marx-Krimi. Alleingelassen wird niemand: „Wir werden auch die Helfer seelsorgerisch begleiten, denn die Not der Flüchtlinge schreit und zieht – da braucht es manchmal vielleicht auch Hilfe bei der Abgrenzung“, sagt Riedel.

Für alle, die sich an den Ehrenamts-Aktionen beteiligen wollen, gibt es am Dienstag, 10. Februar, 17.30 Uhr, eine Informationsveranstaltung im Cari-Treff.