Jede Szene ist einzigartig

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Kamp-Lintfort..  Zu einem interessanten Experiment hatte am vergangenen Freitag das Dorfcafé in Hoerstgen eingeladen. Das Café wurde vor vier Jahren von den beiden ev. Gemeinden und der Freiwilligen Feuerwehr hauptsächlich als Seniorentreff ins Leben gerufen. Inzwischen trägt es viel zum kulturellen Leben im westlichsten Ortsteil von Kamp-Lintfort bei. Am Freitag war dort die Krefelder Theatertruppe „Improfritiert“ mit ihrem Programm „Alles. Scharf. Und Joghurtsoße“ zu Gast.

Klare Botschaft

Deren Botschaft: Alles wird improvisiert: „Improfritiert, das ist der letzte Schrei auf dem Kochgerätemarkt. Sie erwartet etwas, das Sie wirklich vom Hocker reißen wird“, kündigte Mit-Organisatorin Daniela Herlyn-Kern die Schauspieler Bernadette Wessler, Silvia Westenfelder und Martin Schwarz sowie Keyboarder Marcus Fischer euphorisch an.

Und sie hatte damit nicht zu viel versprochen: Es gab keine vorher festgelegten Personen und Texte, keine Kostüme oder Kulissen. Nach von den Zuschauern gelieferten Stichworten wurden Personen, Ort und Handlung völlig frei gestaltet. Selbst ein Filmgenre, ein Literaturstil und eine Gemütsstimmung konnten zusätzlich bestimmt werden. Wenn das Stück gesungen werden sollte, brauchte man nur die Musikrichtung – gleich, ob Rock, Kinderlied oder Gospel - anzugeben. So war jede Szene einzigartig.

Sie entstand in Sekunden, dauerte Minuten und wurde kein zweites Mal gespielt: „Auch für uns ist das so etwas wie Bungee-Springen. Wir wissen vorher nie, was wir an einem Abend spielen werden und sind dabei auf das Mitmachen des Publikums angewiesen“, erklärte Silvia Westenfelder im Pausengespräch.

An Spielfreude und kreativen Ideen war beim teils erstaunlich jungen Hoerstgener Publikum jedenfalls kein Mangel. So wurde das mit mehr als 60 Zuschauern überfüllte Dorfcafé zu einem äußerst vergnüglichen Zimmertheater.

Gute Stimmung

Mit einem – natürlich improvisierten – Ständchen für Geburtstagskind Angelika und einer Zugabe ging die Show nach gut zwei Stunden mit viel Applaus zu Ende.

„Selten so viel gelacht“, das war das einhellige Resümee des Auditoriums.

Das nächste Hoerstgener Kulturevent steht übrigens am 20. Juni ins Haus: Dann gastiert das Niederrhein Jazz Orchester mit „Hüsch & Jazz“ im Dorfcafé.