Irritationen um Mieterhöhungen

Neukirchen-Vluyn..  Die zum Teil saftigen Mieterhöhungen in den Nau-Bauten werfen weiter Fragen auf. Zwar wurden die wenigen Mietverträge, die der Arge bisher vorgelegt wurden, genehmigt, weil sie den Richtlinien noch entsprachen. Angesichts dessen, dass aber die Mietpreisbindung für die Objekte noch bis Ende 2017 gilt, wie die Stadtverwaltung bestätigte, fragen sich Beobachter, ob die Stadt den Erhöhungen nicht hätte zustimmen müssen.

Auf Nachfrage hieß es aus dem Rathaus: „Eine Mieterhöhung kann allerdings nur dann vorgenommen werden, wenn zuvor Modernisierungsmaßnahmen an den betroffenen Immobilien durchgeführt wurden. Solche beabsichtigten Modernisierungsmaßnahmen sind vorab gegenüber dem Kreis Wesel anzuzeigen und müssen von dort genehmigt werden.“ Auch der Umfang hieraus resultierender Mieterhöhungen werde vom Kreis Wesel vorgegeben. Also hat die Stadt am Donnerstag beim Kreis nachgefragt. „Nach heute eingeholter Auskunft sind bisher weder von Seiten des Eigentümers noch durch die Wohnungsverwaltungsgesellschaft derartige Anträge gestellt worden“, teilte Stadtsprecher Frank Grusen im Anschluss mit. Bekanntlich wollte der Investor mit der Sanierung im Bereich Kiefernweg beginnen, der Vluyner Nordring sollte folgen. Wie es aus Kreisen der Mieterschaft heißt, seien aber selbst am Kiefernweg keine Arbeiten mehr erkennbar. Bürgermeister Harald Lenßen sagte auf Nachfrage, er könne die Frage im angekündigten Gespräch mit alten und neuen Eigentümern gerne klären.

Den Mietern rät die Stadt, „anwaltliche Hilfe in Anspruch zu nehmen und sich gegen die Mieterhöhung zur Wehr zu setzen“. Die Stadt hat die Wohnungsverwaltungsgesellschaft darauf hingewiesen, dass die Immobilien auch nach der Zwangsversteigerung der Mietpreisbindung unterliegen. Auch die SPD-Fraktion hat noch Klärungsbedarf beim Bürgermeister angemeldet, dabei geht es unter anderem um den Status der Mietvertragsverhältnisse.