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Interview mit Sänger Kurt Busch

19.02.2010 | 17:27 Uhr
Interview mit Sänger Kurt Busch

Hallo Herr Busch, wir gratulieren erst einmal zu diesem sehr seltenen Jubiläum. Wann haben Sie mit dem Chorgesang begonnen? Das war am 10. Dezember 1945. Ich kam aus der Gefangenschaft nach Hause und stand vor den Trümmern meiner Heimat.

Durch einen Freund wurde ich als Erster Tenor Mitglied im Männerchor Glückauf Homberg-Hochheide. Dieser Chor hatte damals 132 Sänger.

Und wie ging es weiter?

In diesem Chor war ich 29 Jahre, davon sechs Jahre im Vorstand, bis wir uns mit dem Männerchor Scherpenberg zusammentaten. Wir nannten uns „Niederrhein-Chor 74 Homberg".

Waren Sie auch hier im Vorstand?

Na klar, bis 1996 war ich Vorsitzender und bin heute noch Ehrenvorsitzender. Wir nennen uns heute „Männerchor Homberg-Moers”.

Aber Sie sind auch Vorsitzender vom Niederrheinischen Männerquartett Glückauf.

Ja. Singen ist meine Leidenschaft. Diesen Chor leite ich seit 1994 und möchte es noch lange tun, wenn meine Gesundheit es denn zulässt.

Hatten Sie dabei noch Zeit für einen Beruf?

Ich habe Binnenschifffahrts-Kaufmann gelernt, damals noch mit zwei f, bin Handelsvertreter und Angestellter beim Arbeitsamt Moers gewesen. Seit meiner Pensionierung lebe ich mit Leidenschaft für den Chorgesang.

Aber aktiv in zwei Chören zu sein, bedeutet ja auch, dass viel Zeit für Auftritte und Konzerte gebraucht wird.

Das ist richtig, aber wer aus Leidenschaft bei der Sache ist, dem ist es eine wunderschöne Last, die er gerne auf sich nimmt.

Das sind Termine im Jahr...

Das sind 20 bis 25 Termine. Dazu kommen Konzertreisen.

Da wird wohl eine große Ehrung auf Sie warten.

Ja, auf der Jahreshauptversammlung des Männerquartetts werde ich vom Sängerkreis Moers geehrt, gemeinsam mit meinen Sangesbrüdern Egon Lorek für 50 und Wilfried Hütten für 40 Jahre Chor-gesang.

Man hört immer davon, dass die Männerchöre keine Zukunft mehr haben und absolut überaltert sind.

Das ist richtig, und Nachwuchs werden wir auch nicht mehr bekommen. Wenn wir noch eine Zeit lang überleben wollen, kann das nur über Fusionen verschiedener Männerchöre ge-schehen. Aber es gründen sich immer mehr neue, junge Chöre, die sich einer anderen als der uns vertrauten Literatur zuwenden. Die Anzahl der männlichen Mitglieder im Deutschen-Chor-Verband ist in den letzten Jahre sogar gestiegen. Es wird also weiter Männerchöre geben. Sie bieten nur eine andere Musik. HPE

Hans-Peter Engfeld

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