In vier Jahren ist alles zu spät

Harry Seelhoff
Harry Seelhoff
Foto: Heiko Kempken

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arkplatzprobleme mitten im Weihnachtsgeschäft, verschärft durch Baustellen – hatten wir das nicht schon? In der Tat: Die Klagen der Einzelhändler sind seit Jahren gleich. Auch die Erkenntnis, dass man Geld braucht, um Weihnachtsbeleuchtung und Imagewerbung zu bezahlen, ist nicht unbedingt neu. Der Aktivgemeinschaft Moers ist zu wünschen, dass die Veranstaltung am Donnerstag endlich die ersehnte Initialzündung bringt. In vier Jahren ist es endgültig zu spät.

Jeder, der im Rat dem Bau der Grafen-Galerie am anderen Ende der Innenstadt zustimmte, weiß um die Veränderungen, die sich daraus ergeben. Sie werden nicht zum Besten von Altstadt und Steinstraße sein. Wenn dort die Geschäftsleute nicht sofort Geld in die Hand nehmen, Kunden an die Innenstadt binden und diese zum so oft beschworenen „Einkaufserlebnis“ machen, dann ist der Zug endgültig abgefahren. Die Grafen-Galerie bekommt ein straff geführtes Management – wer wie bisher nur so vor sich hin wurschtelt, hat keine Überlebenschance. Daher kann der Aufruf der Aktivgemeinschaft, endlich an der Zukunft zu arbeiten, nicht ernst genug genommen werden.

Ebenso ernst genommen werden muss die Befürchtung der Lineg, was die Beschädigung der historischen Wallanlage durch Biberratten angeht. An die menschliche Vernunft zu appellieren, das Füttern der Ratten einzustellen, funktioniert nicht. Auch wenn man sie nicht füttert, werden sie sich vermehren und immer größere Schäden anrichten. Also bleibt nichts anderes übrig, als die Tiere zu bejagen; was alsbald geschehen sollte, bevor sie sich völlig unkontrollierbar vermehren. Ein Schlosspark ist kein Wildgehege.