In Moers wird auf den Putz gehauen

Schon wieder dicht.
Schon wieder dicht.
Foto: Waz FotoPool
Was wir bereits wissen
Die Unterführung an der Rheinhausener Straße ist schon wieder gesperrt. Die Bahn äußerte sich gestern nicht zu der Frage, wie es dort weitergehen soll. Alles hängt von weiteren Verhandlungen ab.

Moers..  Mal wieder ging nichts mehr: Die Eisenbahnunterführung an der Rheinhausener Straße wurde gesperrt, weil Putz und Betonstücke auf die Straße prasselten. Es ist nicht das erste Mal, denn schon im April 2013 kam eben nicht nur alles Gute von oben; die Brücke musste notdürftig saniert werden.

Es ist ein Gewirr von Zuständigkeiten: Die Brücke gehört der Deutschen Bahn, die Straße darunter der Stadt, und der Enni Stadt und Service obliegt die so genannte Verkehrssicherungspflicht, will heißen, Enni muss absperren, um zu verhindern, dass den Moersern etwas auf den Kopf oder das Auto fällt. Als das Problem im April 2013 auftauchte, erinnerte die Fraktionschefin der Linken, Gabriele Kaenders, daran, dass sie bereits im Oktober 2012 eine Anfrage an die Stadt Moers gestellt hatte. Schon damals bröckelte der Putz.

Die Antwort fiel wenig erfreulich aus: Die Brücke sei eben alt, und die Bahn habe kein Geld für eine „grundhafte Ertüchtigung“. Mit anderen Worten: Die damals vorgenommenen Sanierungsarbeiten waren nichts als Flickschusterei. Erschwerend kommt hinzu, dass man sich ausgerechnet eine solch marode Konstruktion als Präsentationsobjekt für etwa 30 000 Euro teure Kunst aussuchte, welche nun samt Putz wegbröckelt.

Bei der Stadt erinnert man sich noch gut daran, wie es zu der Kunst in der Unterführung kam: Die Bahn sagte, man dürfe die Unterführung künstlerisch gestalten, aber sanieren werde man die Brücke nicht, so Stadtsprecher Thorsten Schröder auf Anfrage der Redaktion. Immerhin sei aber ein wichtiges Ziel erreicht worden: Die Unterführung, die schummerig und dreckig gewesen sei, habe einen sauberen und hellen Charakter erhalten.

Eine viel befahrene Straße

Wie es nun mit den Arbeiten an der Unterführung weitergehe, würde von den Verhandlungen der für die Verkehrssicherheit zuständigen Enni und der Bahn als Brückeneigentümer abhängen, sagte Schröder weiter. Sehr erfreut ist man bei der Stadt über die Sperrung der Rheinhausener Straße allerdings nicht, da sie eine viel befahrene Verbindung darstellt. Die Redaktion fragte gestern am Vormittag bei der Pressestelle der Bahn an, wie es weitergehen soll. Bis Redaktionsschluss kam von dort indes keine Antwort.