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Kunst

Im Seewerk startet das Inselparlament

02.09.2010 | 17:49 Uhr
Im Seewerk startet das Inselparlament
Künstlerin Felicitas Lensing-Hebben stellt im Seewerk aus. Foto: Volker Herold

Moers.Inszenierung gehört auch zur Kunst eines Anatol Herzfeld. „Der Stuhl an sich ist Kapital“, sagte der Beuys-Schüler listig im Seewerk und machte wortreich deutlich, dass er sich für sein „Inselparlament“ mehr als nur eine kurze Sitzungsperiode auf Nepix Kull wünscht.

So brannte er auf dem Gelände am Silbersee die Kreuzblume in die Lehnen der 17 Throne. „Einer soll der Stadt gehören, weitere acht Mädchen zwischen 10 und 12, die anderen acht Jungen.“ Jedes Jahr, so stellt Herzfeld es sich für seine Installation vor, solle künftig das Parlament - und somit die 17 Stühle - für 24 Stunden wieder auf Nepix Kull zusammenkommen. Eine echte Herausforderung.

Wer am nächsten Samstag, 11. September, 15 Uhr, die Eröffnung des „Inselparlamentes“ auf Nepix Kull verfolgen will, sollte anschließend unbedingt den Weg ins Seewerk nach Kapellen antreten. Dort zeigen 20 weitere renommierte Künstler zeitgenössische Kunst - eine Werkschau, die man so sonst in Moers nicht zu sehen bekommt. Das macht die Ausstellung im Seewerk für Kunstinteressierte in der Region einmal mehr zu einem Muss.

Da ist etwa der gebürtige Weißrusse Maxim Wakultschik, der als freier Künstler in Düsseldorf lebt. Wie bunte Schüttelkugeln hängen seine „Bubbles“ an der Wand - locken den Betrachter als Voyeur in seltsame Szenarien. Aus anderen Schaukästen folgen die Blicke von Lüpertz, und anderen prominenten Künstlern den Besuchern beim Gang durch die Halle - Porträts, die aus jedem Blickwinkel anders erscheinen. Die Dreidimensionalität von Wakultschiks Arbeiten verwirrt, fasziniert.

Was im echten Leben nicht mehr möglich ist, hat Felicitas Lensing-Hebben zum Kunstobjekt gemacht. Sie hat sich und ihre 13 Geschwister im Olymp vereinigt. Auf einem Tisch von Ernst Althoff stehen sich sieben mal sieben Tonköpfe gegenüber. Formbar, zerbrechlich, auflösbar - die Figuren sind nicht gebrannt.

Marianne Pitzen hat sich der Geschichte der Frauen in der Region genähert. Halb fromm, halb außerirdisch strahlen ihre weißen Figuren - eine originelle Verbeugung vor der Vergangenheit.

Gabi Gies

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Kommentare
02.09.2010
21:21
Im Seewerk startet das Inselparlament
von CaptainWillard | #1

SEEWERK?

Ist das die marode Schnapsfabrik zwischen Niep und Kapellen?

Das würde einiges erklären.

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