Im Moerser Theater ging es quer durch die Schul-Literatur

Foto: Ulla Michels
Was wir bereits wissen
Jörg Zimmer rezitierte im Schlosstheater bekannte Balladen und Gedichte unter dem Titel „Die Freiheit hat man satt am End“.

Moers..  „Zum Kampf der Wagen und Gesänge, der auf Korinthus’ Landesenge der Griechen Stämme froh vereint, zog Ibykus, der Götterfreund...“: Mit diesen, vielen aus Schulzeiten wohlbekannten, wenn auch nicht immer geliebten Zeilen aus Schillers Ballade „Die Kraniche des Ibykus“ eröffnete am Freitagabend im Schlosstheater Jörg Zimmer seine Lesung klassischer Balladen und Gedichte. Es war eine Benefizveranstaltung, deren Erlös den Freunden des Theaters und dem Lions Club zugute kommen wird, und die immerhin fast 40 Zuhörer anlockte.

Unter dem Motto „Die Freiheit hat man satt am End“ hatte Zimmer, Dramaturg, Journalist und derzeitiger Pressesprecher der Sparkasse am Niederrhein, ein abwechslungsreiches Programm zusammengestellt, bei dem sich alles um die Begriffe Freundschaft, Hoffnung, Kampf und Treue drehte.

Goethes „Fischer“ und „Die Loreley“ in der Version von Heinrich Heine wie von Erich Kästner gehörten ebenso zur Auswahl wie Fontanes „Archibald Douglas“ und „Zwei Raben“, Uhlands „Schwäbische Kunde“ und „Die Goldgräber“ von Emanuel Geibel. Natürlich durften dabei auch Schillers Balladen „Der Handschuh“ und – als bestes Beispiel für Freundschaft und Treue – die ebenso dramatisch wie eindringlich vorgetragene „Bürgschaft“ nicht fehlen: „Leider wird vielfach unterschätzt, wie dramatisch, lebendig und aktuell diese vermeintlich angestaubten klassischen Meisterwerke auch heute noch sind“, betonte Zimmer.

Eine Eselei

In Heines ironischem Gedicht „Die Wahlesel“, aus dem auch das Motto der Lesung stammt, wendet sich zum Beispiel die Republik der Tiere gegen die aus ihrer Sicht gescheiterte Demokratie und will nun wieder einen König wählen. Eine, aus Heines Sicht, wahrhafte „Eselei“.

Nicht zuletzt wegen Zimmers mimisch wie stimmlich variationsreichen Rezitationen war es ein amüsanter Abend – wenn auch mit zum Teil ziemlich düsteren Geschichten. Um den Schlaf gebracht, wurde, um bei Heine zu bleiben, aber trotzdem niemand.