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KOMMUNALPOLITIK

"Ich werde keine Marionette sein"

11.08.2009 | 19:48 Uhr

FBG-Bürgermeister-Kandidat Claus Peter Küster über Transparenz, die Alt-Parteien und seine Ziele für die Stadt Moers.

Das größte Talent des Claus Peter Küster ist nicht unbedingt die Zurückhaltung. Was man dem bürgernahen FBG-Chef aber bescheinigen muss: Er hält sich selbst den Spiegel vor. Wie zuletzt, als er vorschnell die Verwaltung in Sachen Altenheim Bethanien angegangen war. Das tun nicht viele. Und selbstverständlich weiß Küster das. Was den Bürgermeister-Kandidaten für viele Moerser zu einer wählbaren Alternative macht, ist seine Beharrlichkeit, die gelegentlich an Penetranz grenzt. Unbequem, offen, schonunglos – wie in diesem Interview.

Die Posse um die Seniorenmesse im Altenkrankenheim Bethanien hat die alte Brandschutzdebatte um das Sportzentrum neu entfacht. Überrascht?

Nein, zum Glück. Die Schließung war ein politischer Schachzug. Im Mai 2008 habe ich der Verwaltung dazu öffentliche und unbequeme Fragen gestellt, immer noch gibt's keine öffentliche Antwort. Hier werden die Moerser an der Nase herumgeführt und das kann man nicht oft genug anmahnen.

Reicht das, anmahnen?

Natürlich nicht, ich habe gleich gestern, nach dem Interview mit Dezernent Wusthoff in Ihrer Zeitung, die Antworten erneut eingefordert. Angeblich gibt es sie ja. Ungeheuerlich, was da geschieht. Zumal der Dezernent erklärt, die Erklärung sei letztendlich ganz einfach. Er hat eindrucksvoll die Haltung der Verwaltung zu den Sorgen der Bürger dargelegt.

Sie beklagen viele informelle Außenstände.

In der Tat. Die unangenehmen Dinge werden hinter die Wahl geschoben. Etwa die Detailplanung rund um den Königsee. Oder, ganz wichtig, die Entscheidung über die Eishalle. Was ist denn nun? Die Bäderbetriebe wollten Ende Juni ein Gutachten vorlegen, ob sich die Investition von 1,3 Millionen aus dem Konjunkturpaket für eine Sanierung lohnt. Wo ist dieses Gutachten? Vor dem 30. August werden wir davon ganz sicher nichts mehr hören.

Wem hilft's?

Es ist die Verschleppungstaktik der SPD, aber sie wird deutlich verlieren. Die CDU noch deutlicher.

Warum?

Die haben sich jetzt fünf Jahre lang als Nein-Sager für die Galerie profiliert und nur blockiert, nichts entwickelt. Wir wollten anfangs als kleiner Partner gemeinsam mit der CDU eine vernünftige Oppsition machen. Da gab's kein Interesse. Arroganz oder Kurzsicht? Vermutlich beides.

Und die SPD?

Sie hat vor allem ihre Stammwähler im Norden enttäuscht. Kein Bekenntnis für die Kirche als Dorfschul-Träger, kein Naturfreibad, Sportzentrums-Aus ohne schlüssige Begründung. Das kostet Vertrauen und Stimmen. Das Schlimmste ist für mich, dass die SPD ihren internen Streit Awo gegen Rheinkamp beim Thema Dorfschule auf dem Rücken der Jugendlichen ausgetragen hat. Die Dezernentin Cornelia zum Kolk ist nicht der Friedensengel für Repelen, sondern für die SPD.

Aber die kürzlich vorgelegte Leistungsbilanz der Fraktion liest sich flüssig.

Natürlich tut sie das, aber sie zeigt drei Dinge. Zum einen, dass die SPD vor allem den Stadtteil Repelen bedient. Barfußpfad, VfL Repelen, demnächst die Dreifach-Turnhallen - da heißt es, die FBG sei eine Scherpenberg-Partei, das ist ja lächerlich. Ganz nebenbei betreibt die Fraktion damit reinste Wahlwerbung für die Partei. Zum dritten schmücken sich die Sozialdemokraten mit fremden Federn.

Zum Beispiel?

Die Dreifach-Turnhalle an der Geschwister-Scholl-Gesamtschule wurde schon vor 25 Jahren angeschoben, bei Prosa wurde einfach das Koblenzer Modell abgeschrieben und als eigene Erfindung verkauft. Besonders ärgerlich ist, wenn unsere Ideen geklaut werden.

Will heißen?

Die FBG hat bereits 2005 ein Beschwerdemanagement bei der Stadtverwaltung gefordert. Das hatte man abgelehnt und drei Jahre später mit Riesenbrimborium eingeführt. Als Projekt des Bürgermeisters und damit seiner Partei. Außerdem wollten wir die Reihe „Bürgermeister vor Ort” nach dem Neukirchen-Vluyner Modell von Bernd Böing einführen. Das wurde allerdings aus Kostengründen zurückgewiesen, um es wenig später als eigenes Produkt zu verkaufen.

Müssen wir die FBG bemitleiden?

Quatsch. Mir geht es nur darum, zu zeigen, wie weit weg die Altparteien vom Bürger sind. Um Information und Transparenz.

Was macht die FBG aus Ihrer Sicht glaubwürdiger als andere?

Unzählige Anträge, die wir in den vergangenen Jahren an die Verwaltung gestellt haben. Das waren allesamt Anregungen und Wünsche von Moerser Bürgern, die sich an uns gewandt hatten. Verkehrsberuhigung Augustastraße, Windelsäcke, Web Cam...

Welches Thema liegt Ihnen neben den großen Baustellen besonders am Herzen?

Ganz klar die Müllgebühren. Alle scheuen dieses Thema, aber wir brauchen dringend eine zeitgemäße und gerechtere Lösung. Es ist nicht einzusehen, dass Singles oder Senioren vielleicht sieben Leerungen pro Jahr benötigen, aber satte zwölf bezahlen müssen.

Was würden Sie als Bürgermeister außerdem anpacken?

Vor allem will ich ein politischer Bürgermeister sein, keine Marionette. Frei von Fraktions- oder Parteizwängen. Denn das kann sich ein Verwaltungschef meiner Meinung nach nicht erlauben.

Michael Passon

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Kommentare
13.08.2009
08:36
Ich werde keine Marionette sein
von udo-erich | #23

5 Jahre sind doch nicht lang! Die FBG wurde doch erst 2004 gegründet.
Im Rat gibt es Mitglieder die schon zum Inventar gehören.

13.08.2009
08:13
Ich werde keine Marionette sein
von Marki II | #22

Liebe Leser, sie sollten doch bitte eins nicht vergessen, Herr Küster ist bereits ein etablierter Politiker und sitzt schon lange im Rat, d.h. er hat sich ach schon massiv an die Spielregeln angepasst.
Also Herr Küster, nicht so tun als wären Sie neu in dem Metie, nein, Sie sind dort schon lange und suchen auch ständig nach Mehrheiten. D.h.,auch Sie weden und haben Zugeständnisse machen und habe sie gemacht.

13.08.2009
07:45
Ich werde keine Marionette sein
von piepenhagen | #21

Was Herr Küster sagt, stimmt . Die Mißstände in Moers sind schon immens, hier gibt´s soviel zu erledigen, daß man gar nicht weiß was zuerst angepackt werden muß, ganz zu schweigen von erledigen

Herr Küster bezeichnet den Bürgermeisterposten als Verwaltungschef und damit trifft er es ziemlich genau. Und genau in der Verwaltung muß angefangen werden, Da werden Sachen angedacht, ausgeführt, noch mal nachgedacht, überarbeitet, rückgängig gemacht, noch mal überlegt und zu den Akteten geheftet.

Letztes Beispiel: Die Poller in Kapellen auf der Bendmannstraße.

12.08.2009
23:16
Ich werde keine Marionette sein
von silvie62 | #20

Wenn sich an den Fakten was ändern würde, wenn alle seinen richtigen Namen nennt ja dann Bitte Schön.
Diese Diskussion driftet doch total ab.
Trefft Euch doch alle zum Kaffee die die sich ja jetzt persönlich kennen und Diskutiert alles aus solange bis wieder Jahre vergangen sind in denen wieder nichts von Wert passiert.
Ist doch mal wieder klar das sich so einege auf den Schlips getretten fühlen und ich nicht wissen möchte wieviele jetzt einen richtigen Kragen haben und am liebsten mal loslegen möchten, aber das werden sie nicht tun.
Herr Küster hat sich der Fragen gestellt und sie beantwortet und das ist gut so, so kann man wenigstens mal sehen, das man mit seiner Meinnug nicht falsch liegt.
Und mich interessiert auch nicht wie die User hier mit richtigen Namen heißen mich interessieren nur die Fakten und Moers ist verstaubt und da muss mal ein neuer Chef her der der Stadt ein neues Image verpasst egal wer Hautsache jemand der sich nicht zur Mariontte machen lässt, jemand der penetrant ist und den Mund aufmacht, denn nur so kommt man auch dahin wo man hin möchte.
kein Schön gerede, das haben wir jeden Tag von all den Politikern die sich mehr untereinander streiten statt mal zu sehen das der Zug bereits schon den Bahnhof verlassen hat nach dem Motto kommt ja der nächste.
Es muss jemand in unsere Stadt der auch mal den Mut hat den Zug anzuhalten und das gelingt oft mit einer guten Portion Penetranz und Ehrlichkeit, denn Mut zur rechten Zeit das richtige für die Bürger zu tun mag auch schwer sein, aber nur so sehe ich eine Partei und nicht alles als Pretige Frage , oder ich kenne jemanden der kennt jemanden und der, wenn du ihn gut kennst dich bevorzugt, ne ne so nicht und das sage ich hier mit meinem User Namen und wenn ich auch zum Kaffee geladen werde dann direkt

12.08.2009
22:26
Ich werde keine Marionette sein
von cotainerkenner | #19

Hallo Buerger der Stadt

Ist die Reihenfolge so richtig ?

erst Udo dann Er und dann Ich

Das sollten Sie doch mal Klarstellen

In diesem Sinne Schoenen Feierabend

Auf Neu Englisch Afternoon

Der Erich laeest die Arbeit ruhn

Er freut sich auf den Afternoon

12.08.2009
21:35
Ich werde keine Marionette sein
von BelustigterNichtMoerser | #18

atillacikoglu schreibt:
Wenn man Turnhallen abreißt, mussen neue her. Und vielleicht vergisst Du das unwesentliche, dort ist die Anne Frank Gesamtschule und das Gymnasium etc.. die brauchen die Hallenkapazitäten

Ich fürchte , genau das meint euer Küsters. Es gibt sicher noch mehr Schulen in euerer Stadt , die Turnhallen benötigen ... und welche erwähnt der SPD-Mann explizit? Genau. Dat is gewissermaßen eingebrannt. Die können nix dafür.

12.08.2009
20:53
Ich werde keine Marionette sein
von udo-erich | #17

@Atilla


Udo Erich stellt sich vor.

Geboren in Moers, Aufgewachsen in Moers.
Ist keiner Partei zugehörig!!!!
Benötigt keine Decknamen, denn wo Udo Erich drunter steht, steht Udo Erich auch zu!

Danke das Katarzyna Steuerzahlerin mich in meiner Abwesenheit vorgestellt hat.
Wer im Rat oder in Ausschüssen tätig ist, sollte dies auch zu erkennen geben, dann kann man die Beiträge auch entsprechend einordnen.

Z.B Atilla Cikoglu, Ratsmitglied der Moerser SPD.

Mit freundlichen Grüßen

Udo Erich Bürger der Stadt.

12.08.2009
19:37
Ich werde keine Marionette sein
von HeilandNRW | #16

zeugen...

12.08.2009
19:35
Ich werde keine Marionette sein
von HeilandNRW | #15

Sehr geehrter Herr Cikoglu,

ich persönlich schreibe hier unter meinem Nickname und nicht irgendwelche anderen Personen!

Ist das etwa die neue Sachlichkeit der Moeser SPD? Solche Sprüche sind absolut unnötig und zeigen nicht gerade von hoher Professionalität!

Nicht jede Person hausiert mit seinem Namen im Internet, dafür gibt es gute Gründe - u.a. die (auch von der SPD verabschiedete) Vorratsdatenspeicherung!

Schönen Abend noch!

12.08.2009
19:09
Ich werde keine Marionette sein
von silvie62 | #14

Als ich mich gestern meinen Beitrag geschrieben habe war mir schon klar, das alles was positiv ist für Herrn Küster wieder als Das ist doch einer der Partei Und hätte ich negativ geschrieben, dann wären einige froh gewesen.
Es ist meine eigene Meinung .
Ich habe nur das Wort Marionette gelesen und wusste sofort was damit gemeint war.
Ich habe diesen Eindruck persönlich bekommen als ich mit der Verwaltung zutun hatte.
Und wenn ich kandidieren würde, dann wäre mein e
Meinnug keine andere im Gegenteil eher hätte ich da noch einiges gehabt.
Moers ist eine schöne Stadt und es wäre schnell möglich sie zu einer zufriedenen bekannten Stadt zumachen mit so kleinen Dingen, aber leider und das immer wieder wird alles auf die lange Bahn geschoben, es sei denn man macht es selber und auch dann wird die Moerser Verwaltung irgendwas dagegen haben.
Laßt mal was neues an den Start, denn zu verlieren gibt es doch nichts.
Da war Brunswik ja noch offner was das Bürgerbegehren an ging, doch so wie jetzt sollte es nicht bleiben.

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