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Hunde müssen draußen bleiben

07.08.2008 | 20:35 Uhr

TIERE. Seit 1. Juli gilt auf den Moerser Friedhöfen ein Verbot für Vierbeiner. Doch die Chancen für eine Änderung stehen nicht schlecht.

Hunde müssen draußen bleiben- noch. Karin Kuhlmann (vor dem Tor) hat gegen das Hundeverbot auf Friedhöfen Unterschriften gesammelt. (Foto: adp.ohms)

MOERS. Bürgermeister Norbert Ballhaus wird am Samstag einmal mehr eine Petitionsliste überreicht bekommen. Fast 180 Bürgerinnen und Bürger haben da binnen weniger Tage unterschrieben. Ihr Wunsch: Das seit Anfang Juli geltende generelle Hundeverbot auf Moerser Friedhöfen soll wieder rückgängig gemacht werden. Die Chancen stehen nicht schlecht.

Eine echte Härte ist das Verbot für ältere Hundebesitzer wie Lydia Bongers. Täglich geht die 81-Jährige auf den nahen Utforter Friedhof zum Grab ihres verstorbenen Mannes, Blumen gießen, Unkraut zupfen. Ihren Hund "Timmy" hat sie dann immer an der Leine dabei. "Der passt auf mich auf", sagt sie.

"Wir haben die Tragweite nicht erkannt"

Diesen Gang ohne ihren "Timmy" zu machen, kann sich Lydia Bongers gar nicht vorstellen, und da sie nicht mehr so gut zu Fuß ist, kommt ein zusätzlicher Spaziergang an einen anderen Ort - erst recht bei den aktuellen Temperaturen - auch nicht in Frage. "Ich weiß, dass manche ihre Hunde laufen lassen und die Häufchen nicht beseitigen. Aber ich find's nicht richtig, dass alle Anständigen deshalb bestraft werden", schimpft Lydia Bongers.

Doch eben jener Ärger und Beschwerden über frei laufende Hunde und deren Hinterlassenschaften war Anlass, den Paragraphen 6 der Friedhofssatzung zu ändern. Einstimmig beschloss der Rat der Stadt am 18. Juni das Verbot. Nur Blindenhunde dürfen seit dem 1.Juli noch auf die Friedhöfe. Selbst die Herrchen und Frauchen unter den Ratsmitgliedern winkten die Änderung durch: "Wir haben einfach die Tragweite nicht erkannt", räumt Volker Marschmann (SPD), ein. Der Besitzer eines Mischlings hat dabei vor allem Fälle wie den von Lydia Bongers im Auge und will dafür sorgen, dass das Thema noch einmal in den Rat kommt. Für Marschmann wie für die stellvertretende Bürgermeisterin Ute-Maria Schmitz wäre es "wünschenswert", wenn Friedhofsbesucher ihre Vierbeiner dann doch an der Leine mitnehmen dürfen.

Für Karin Kuhlmann war die Unterschriftenaktion damit schon ein Erfolg. An zwei Kiosken und einem Geschäft für Tiernahrung lagen die Listen aus, die die Utforterin am Samstag Bürgermeister Norbert Ballhaus vor dem Moerser Tierheim übergeben will. "Verantwortlungslos" nennt sie jene, die den Kot ihrer Hunde auf Wegen und Grünflächen liegen lassen, "unanständig" ist es in den Augen von Mitstreiterin Reinhild Plawky aus Schwafheim. Beide ärgern sich darüber, dass alle unter den Konsequenzen leiden müssen. Ihr Vorschlag: "Mehr Kontrolle wäre gut."SO MACHEN'S ANDEREKamp-Lintfort lässt Hunde auf Friedhöfen nur zu, wenn sie kurz angeleint sind. In Neukirchen-Vluyn gilt ein generelles Hundeverbot - "seit Jahren ohne Probleme", wie es im Rathaus heißt. In beiden Städten sind Blindenhunde erlaubt.

THOMAS WITTENSCHLÄGER

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Kommentare
08.08.2008
15:59
Hunde müssen draußen bleiben
von SpareRib | #2

frage mich auch was Hunde auf dem Friedhof zu suchen haben sollten!

08.08.2008
10:21
Hunde müssen draußen bleiben
von Günter P. | #1

Die Befürworder für Hunde auf dem Friedhof haben selber wahrscheinlich noch keine Grabstätten von Hundekot befreien müssen!
Das Hundeverbot ist, auch wenn es einzelne Härtefälle gibt, sehr zu begrüßen. Es war lange überfällig.
Nirgendwo sonst konnten Hundebesitzer ihre Tierchen überall hinsch..... lassen, ohne dass sich Widerstand regte. Angesprochen auf dieses Verhalten wurde man auch noch angepöbelt und darüber aufgekärt, dass sich die dort liegenden ja nicht mehr beschweren könnten... Ziemlich geschmacklos.

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