Hochzeitsbäume am Kamp-Lintforter Wandelweg

Die Hochzeitswiese neben dem Knappenheim auf der Mittelstraße.
Die Hochzeitswiese neben dem Knappenheim auf der Mittelstraße.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Den Wandelweg entlang des historischen Flussbettes der Fossa Eugeniana säumen viele solcher Erinnerungsbäume.

Kamp-Lintfort..  Das Pflanzen eines Baumes zu Hochzeiten, Geburten oder anderen bedeutsamen Anlässen hat eine uralte Tradition. Was nicht alle wissen: Den Wandelweg entlang des historischen Flussbettes der Fossa Eugeniana säumen viele solcher Erinnerungsbäume – allerdings aus jüngerer Zeit. Eine dieser Kopfweiden haben Ilona und Ingo Willimowski ganz frisch in der letzten Woche pflanzen lassen – anlässlich ihrer silbernen Hochzeit. Die Idee, die die Stadt vor sechs Jahren mit ihrer „Hochzeitswiese“ am Kloster Kamp ins Leben gerufen hat, wächst immer weiter in die Stadt hinein.

Neben dem „Alten Garten“, in unmittelbarer Nähe des Bienenhauses am Fuße des Klosterberges, wiegen sich auf einem 5500 Quadratmeter großen Grundstück 60 Obstbäume im Wind. Die stattlich gewachsenen Exemplare von Boscs Flaschenbirne über den Ontarioapfel bis hin zur Hedelfinger Riesenkirsche haben das Stück Land in sechs Jahren in eine schöne Streuobstwiese verwandelt – sozusagen in die Keimzelle der „Aktion Hochzeitswiese“.

Idee hat viele Anhänger

Drei Jahre hat es gedauert, bis die Wiese voll war. Weil die Kamp-Lintforter aber weiter Bäume pflanzen wollten, werden seit zwei Jahren entlang der Fossa Eugeniana statt Obstbäumen Kopfweiden gepflanzt. Dazu kann man entlang des Wandelweges Wellensteine mit unterschiedlichen Gravuren setzen lassen.

Die Idee, mit einem Baum oder einem Stein in der Natur einer Liebe, einem Leben oder einer Idee zu gedenken, findet viele Anhänger. In der Regel sind es Verliebte, Verlobte, frisch oder lang Verheiratete, alte Freunde oder junge Eltern. Es gibt aber auch Aktionen wie die der Jugend der Alevitischen Gemeinde, die einen Baum pflanzten und dazu einen Wellenstein mit der Gravur „Naturverbundenheit Alevitischer Jugend“ setzten.

Wen und woran die Kirsch-, Birnen-, Äpfel- oder Pflaumenbäume auf der Hochzeitswiese erinnern, wissen Spaziergänger nicht – Schilder gibt es an den Stämmen nicht. Die Baumbesitzer aber haben neben einer Urkunde auch einen Lageplan, in dem „ihr“ Baum eingezeichnet ist. Auf eine reiche Obsternte ist übrigens nicht zu bauen – die Bäume sind nicht auf Ertrag geschnitten, sondern weitestgehend naturbelassen...