Das aktuelle Wetter Moers 15°C
Bildung

Hochschule in der Pionierphase

05.08.2009 | 07:00 Uhr
Hochschule in der Pionierphase

Die FH Rhein-Waal hat nun auch in Kamp-Lintfort offiziell ihren Betrieb aufgenommen. Ingeborg Schramm-Wölk ist erste Dekanin

Hieraus wird ein Hörsaal. Pressegspräch mit (von links) Dekanin Prof. Ingeborg Schramm-Wölk, Hochschulpräsidentin Prof. Marie-Louise Klotz, Bürgermeister Christoph Landscheidt. Fotos: Peggy Mendel

Kamp-Lintfort. Im Treppenhaus werben alte Plakate für Siemens-Handys, die Kaffeetassen werden nach der Pressekonferenz zusammengepackt und in Kleve gespült, im künftigen Hörsaal herrscht gähnende Leere – kaum zu glauben, dass hier, in der zweiten Etage des früheren Telekom-Callcenters an der Südstraße, in acht Wochen Erstsemester studieren werden. Und doch: Die Hochschule Rhein-Waal hat jetzt auch in Kamp-Lintfort offiziell ihren Betrieb aufgenommen. Sie besitzt sogar schon ein Gesicht.

Das Hochschulpräsidium hat nämlich die Dekanin für den Kamp-Lintforter Studiengang E-Government ernannt: Professorin Ingeborg Schramm-Wölk. Die Wissenschaftlerin lehrte bislang an der Hochschule Anhalt das Fachgebiet Informatik/Multimedia und baut an der Südstraße in diesen Tagen den Studiengang E-Government auf. Ihre Studenten lernen hier in sieben Semestern die Grundlagen der Informatik sowie Praxiswissen für den Entwurf und den Einsatz von Informations- und Kommunikationssystemen. Ein Schwerpunkt soll die Gebrauchstauglichkeit von Computerprogrammen sein.

Gut 40 Studenten werden es am Anfang sein, jeder vierte von ihnen wird im dualen System studieren, also neben seinem Beruf. „Der Anteil ist bei diesem Studiengang enorm hoch”, freut sich Hochschulpräsidentin Marie-Louise Klotz. Die Hälfte der Kamp-Lintforter Erstsemester stammt aus den Kreisen Wesel und Kleve. Doch der Ruf der neuen FH scheint bereits durch ganz Deutschland zu hallen. „Es sind sogar Studenten aus München und Aschaffenburg dabei”, so Klotz.

Hochschulpräsidentin Marie-Louise Klotz

Die Hochschulchefin hat eine ansteckende Aufbruchstimmung. Selbst bei der Führung durch die meist leeren Räume, vorbei an kahlen Wänden auf der 800 Quadratmeter großen Etage, die vorerst gemietet ist, verbreitet sie unverdrossen Optimismus: „Wir sind eben in der Pionierphase.” Marie-Louise Klotz ist auch überzeugt, dass sie das Versprechen einhalten kann, alle ersten Studenten mit Laptop und Fahrrad auszustatten: „Wir brauchen noch Spenden, aber wir schaffen das!”

Drei, vier Jahre, schätzt Marie-Louise Klotz, wird die Hochschule an diesem provisorischen Standort bleiben. Ob sie dann gegenüber in die leeren BenQ-Hallen zieht oder in einen Neubau auf dem ABC-Gelände, ist – anders als angekündigt – im Wissenschaftsministerium noch nicht entschieden. Bürgermeister Christoph Landscheidt favorisiert – wie Klotz – die Neubauvariante nahe der Innenstadt. Nur – es sollte endlich entschieden werden, fordert er: „Je früher, desto besser.”

Thomas WITTENSCHLÄGER

Facebook
 
Kommentare
05.08.2009
22:12
Hochschule in der Pionierphase
von werderpower2002 | #4

@ weichederreiche

Die Stadt Kamp-Lintfort zahlt für die Hochschule keinen Cent. Das sind zu 100 % Landesmittel! Die Präsidentin der Hochschule Fr. Klotz entscheidet wo die Hochschule hinkommt. Ich denke für unsere Stadt ist es wichtig das die Hochschule überhaupt hier hinkommt. Das die BenQ Hallen noch leer stehen ist einzig und allein das Problem von Herrn Hellmich. Er ist der Besitzer.

05.08.2009
18:40
Hochschule in der Pionierphase
von weichedereiche | #3

So ein Quatsch!
Studenten sollten studieren und nicht die Stadt beleben.
Die Fachhochhochschule sollte in den BenQ Gebäuden untergebracht werden, dafür hatte sich ursprünglich auch Dr. Christoph Landscheidt eingesetzt.
Nachdem Kleve und Kamp-Lintfort den Zuschlag für eine Fachhochschule bekamen leidet die Kamp-Lintforter SPD anscheinend unter Gedächtnisschwund.
Wie lange sollen die BenQ Hallen leer stehen?
Wer soll diese Hallen mieten?
Kann das total verschuldete Kamp-Lintfort sich einen Neubau überhaupt erlauben?

05.08.2009
11:51
Hochschule in der Pionierphase
von Rainer Willing | #2

mit recht, mit recht interessiert das keinen..
Die Anwesenheit der Hochschüler wird ein belebendes Element für die Innenstadt werden.

05.08.2009
09:02
Hochschule in der Pionierphase
von Boindil | #1

Ich favorisiere übrigens die leeren BenQ-Hallen, aber... genau, das interessiert keinen...

Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/24957/create

Aktuelle Fotos und Videos
Sparkassen-Cup
Bildgalerie
Fussballturnier
Musik und Sonne pur
Bildgalerie
Moers Festival
Helges Heimatabend im Zelt
Bildgalerie
Helge Schneider
Freibad in Kamp-Lintfort öffnet
Bildgalerie
Lifestyle
Aus dem Ressort
Ein Theaterstück namens RoB
Politik
Die Abschlusspressekonferenz der Bürgerinitiative „Rathaus ohne Ballhaus“ war eine schräge Vorstellung mit Schwächen zu Beginn, in der Mitte und am Ende. Dass die Aktivisten ihr Ziel von 12555 Unterschriften verfehlt hatten, war seit Dienstag klar, nun wurde mit Spannung das Ergebnis erwartet: 10
Jetzt schlägt’s 13
Rock
Es ist ja noch ein paar Tage hin. Weil aber die Moerser Rocknacht so beliebt ist und die Kapazität auf dem Gelände des Autohauses Fett & Wirtz begrenzt, startet ab sofort der Vorverkauf für das traditionelle Spektakel.