Hochschule in der Pionierphase
05.08.2009 | 07:00 Uhr 2009-08-05T07:00:00+0200
Die FH Rhein-Waal hat nun auch in Kamp-Lintfort offiziell ihren Betrieb aufgenommen. Ingeborg Schramm-Wölk ist erste Dekanin
Kamp-Lintfort. Im Treppenhaus werben alte Plakate für Siemens-Handys, die Kaffeetassen werden nach der Pressekonferenz zusammengepackt und in Kleve gespült, im künftigen Hörsaal herrscht gähnende Leere – kaum zu glauben, dass hier, in der zweiten Etage des früheren Telekom-Callcenters an der Südstraße, in acht Wochen Erstsemester studieren werden. Und doch: Die Hochschule Rhein-Waal hat jetzt auch in Kamp-Lintfort offiziell ihren Betrieb aufgenommen. Sie besitzt sogar schon ein Gesicht.
Das Hochschulpräsidium hat nämlich die Dekanin für den Kamp-Lintforter Studiengang E-Government ernannt: Professorin Ingeborg Schramm-Wölk. Die Wissenschaftlerin lehrte bislang an der Hochschule Anhalt das Fachgebiet Informatik/Multimedia und baut an der Südstraße in diesen Tagen den Studiengang E-Government auf. Ihre Studenten lernen hier in sieben Semestern die Grundlagen der Informatik sowie Praxiswissen für den Entwurf und den Einsatz von Informations- und Kommunikationssystemen. Ein Schwerpunkt soll die Gebrauchstauglichkeit von Computerprogrammen sein.
Gut 40 Studenten werden es am Anfang sein, jeder vierte von ihnen wird im dualen System studieren, also neben seinem Beruf. „Der Anteil ist bei diesem Studiengang enorm hoch”, freut sich Hochschulpräsidentin Marie-Louise Klotz. Die Hälfte der Kamp-Lintforter Erstsemester stammt aus den Kreisen Wesel und Kleve. Doch der Ruf der neuen FH scheint bereits durch ganz Deutschland zu hallen. „Es sind sogar Studenten aus München und Aschaffenburg dabei”, so Klotz.
Die Hochschulchefin hat eine ansteckende Aufbruchstimmung. Selbst bei der Führung durch die meist leeren Räume, vorbei an kahlen Wänden auf der 800 Quadratmeter großen Etage, die vorerst gemietet ist, verbreitet sie unverdrossen Optimismus: „Wir sind eben in der Pionierphase.” Marie-Louise Klotz ist auch überzeugt, dass sie das Versprechen einhalten kann, alle ersten Studenten mit Laptop und Fahrrad auszustatten: „Wir brauchen noch Spenden, aber wir schaffen das!”
Drei, vier Jahre, schätzt Marie-Louise Klotz, wird die Hochschule an diesem provisorischen Standort bleiben. Ob sie dann gegenüber in die leeren BenQ-Hallen zieht oder in einen Neubau auf dem ABC-Gelände, ist – anders als angekündigt – im Wissenschaftsministerium noch nicht entschieden. Bürgermeister Christoph Landscheidt favorisiert – wie Klotz – die Neubauvariante nahe der Innenstadt. Nur – es sollte endlich entschieden werden, fordert er: „Je früher, desto besser.”
22:12
@ weichederreiche
Die Stadt Kamp-Lintfort zahlt für die Hochschule keinen Cent. Das sind zu 100 % Landesmittel! Die Präsidentin der Hochschule Fr. Klotz entscheidet wo die Hochschule hinkommt. Ich denke für unsere Stadt ist es wichtig das die Hochschule überhaupt hier hinkommt. Das die BenQ Hallen noch leer stehen ist einzig und allein das Problem von Herrn Hellmich. Er ist der Besitzer.
18:40
So ein Quatsch!
Studenten sollten studieren und nicht die Stadt beleben.
Die Fachhochhochschule sollte in den BenQ Gebäuden untergebracht werden, dafür hatte sich ursprünglich auch Dr. Christoph Landscheidt eingesetzt.
Nachdem Kleve und Kamp-Lintfort den Zuschlag für eine Fachhochschule bekamen leidet die Kamp-Lintforter SPD anscheinend unter Gedächtnisschwund.
Wie lange sollen die BenQ Hallen leer stehen?
Wer soll diese Hallen mieten?
Kann das total verschuldete Kamp-Lintfort sich einen Neubau überhaupt erlauben?
11:51
mit recht, mit recht interessiert das keinen..
Die Anwesenheit der Hochschüler wird ein belebendes Element für die Innenstadt werden.
09:02
Ich favorisiere übrigens die leeren BenQ-Hallen, aber... genau, das interessiert keinen...