Historischer Bummel durch Moers

Stadtführerin Renate Brings-Otremba . Für ihre Führungen schlüpft sie in die Rolle der Eva Fliegen
Stadtführerin Renate Brings-Otremba . Für ihre Führungen schlüpft sie in die Rolle der Eva Fliegen
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Unterwegs mit Stadtführerin Renate Brings-Otremba. Sie erzählt an verschiedenen Stationen Wissenswertes aus der Historie der ehemaligen Grafenstadt.

Moers..  Ein Spaziergang durch die Moerser Neu- und Altstadt und den angrenzenden Schlosspark kann selbst bei echten Kennern völlig neue Ansichten bringen, vor allem dann, wenn man mit Renate Brings-Otremba unterwegs ist.

Die Innenstadt von Moers ist ja ohnehin ein beliebter und belebter Ort. Die vielen Geschäfte, die Restaurants, die Cafés, die Eisdielen und nicht zuletzt der Markt laden seit Jahrzehnten Besucherinnen und Besucher ein. Die bekommen nicht nur ein breites Angebot geliefert, sondern auch ein tolles Flair. Die Kirchen und zahlreiche, gut erhaltene Häuserfassaden zeugen von einem intakten Stadtkern, der durch den nahen Schlosspark zusätzlich aufgewertet wird.

Es lohnt sich also, in der Moerser Altstadt näher hinzuschauen, und mit Renate Brings-Otremba klappt das besonders gut. Bei ihrem Altstadtbummel entführt sie die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in längst vergangene Zeiten. Zeiten, in denen sich am Niederrhein Spanier und Niederländer, Katholiken und Calvinisten blutig bekämpften. Dabei schlüpft sie in die Rolle der Eva Vliegen, die von 1574 bis 1637 gelebt hat. Die historisch verbriefte Figur ist nicht nur deshalb interessant, weil sie ihr Leben in Moers verbrachte und Zeitzeugin der Wirren des 30-jährigen Krieges war. Eva Vliegen war in ihrer Zeit eine Frau, die weit über die Grenzen der Stadt hinaus bekannt war.

Renate Brings-Otremba alias Eva Vliegen beginnt ihren historischen Stadtgang an Kloster- und Haagstraße. Der Treffpunkt ist mit Bedacht gewählt, denn Eva Vliegen hat nach dem Tode ihrer Eltern in der Haagstraße gelebt. Außerdem richtet sich der Blick gleich auf die prächtigen Oranier-Häuser am Ende der Haagstraße. Wer am historischen Stadtgang teilnimmt, muss übrigens nicht fürchten, Renate Brings-Otremba am Treffpunkt nicht zu erkennen. Sie ist, fast wie eine Nonne, in schwarz mit weißem Rüschenkragen und weißer Haube gekleidet, ganz so, wie Eva Vliegen ausgesehen haben könnte. Nicht weit entfernt vom Rundgang liegt auch der wunderbare Schlosspark, in dem gerade in diesen Wochen die Natur aufs Neue erwacht. In der Fieselstraße berichtet Eva Vliegen, Verzeihung: Renate Brings-Otremba, von den Pumpen-Nachbarschaften. Das waren lose Gruppen, die sich beim Wasserholen trafen und austauschten. Soziale Netzwerke sind also keine Erfindung des Internets.

Auf ihrem weiteren Weg hat Eva Vliegen noch viel Interessantes und Überraschendes aus dem frühneuzeitlichen Moers zu berichten. Dabei geht es nicht nur um Architektur, sondern auch um Wasser. Aber das erzählt Ihnen Renate Brings-Otremba am besten selbst.