Hilfe vor der Haustür

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Kamp-Lintfort..  Noch wird im Inneren des Ladenlokals an der Ferdinantenstraße 17 fleißig gewerkelt, aber viele ältere Menschen im Geisbruch wissen es bereits: Im Sommer wird hier im ehemaligen Radio- und Fernsehgeschäft Frese eine neue Anlaufstelle für Senioren ihre Türen öffnen – geleitet und organisiert von Ehrenamtlichen mit Unterstützung der Stadt. „Für Kamp-Lintfort hat das Modellcharakter“, sagt Jeanette Fritz, bei der Stadt zuständig für Seniorenarbeit.

Der Standort auf der Ferdinantenstraße ist ideal – der mittwochs immer gut besuchte Markt ist direkt nebenan, Bushaltestellen machen die kleine Ladenzeile gut erreichbar. Geöffnet haben soll die Anlaufstelle an drei Vormittagen und einem Nachmittag in der Woche. „Hier soll es hauptsächlich um die Weitervermittlung von schon bestehenden Angeboten gehen, denkbar sind aber auch kleinere Hilfstätigkeiten“, sagt Fritz. Angeboten werden soll schnelle und unbürokratische Hilfe beim Ausfüllen von Anträgen und Formularen, Vermittlung von hauswirtschaftlichen und pflegerischen Dienstleistungen bis hin zu Informationen über Sport- und Freizeitangebote für ältere Menschen.

Immer ein offenes Ohr

„Die Helfer haben natürlich ein offenes Ohr, aber intensive Beratungsgespräche sollen sie nicht führen – es bleibt ein Ehrenamt, und das hat Grenzen“, sagt Jeanette Fritz. Für ihre Aufgaben werden die Ehrenamtler qualifiziert und fortlaufend weitergebildet. Und: „Je mehr Ehrenamtler wir finden, die mitmachen, desto größer kann auch das Angebot werden.“ Die Startbesetzung ist gefunden – aber das Team würde sich über weiteren Zuwachs freuen.

Rolf Mohr ist einer derer, die mithelfen wollen. Der 65jährige ist vor zehn Jahren in den Stadtteil gezogen und fühlt sich im Geisbruch „pudelwohl“. Ehrenamtlich tätig ist er schon seit Jahren bei der Kali 50+ Gruppe, hier bringt er seine Erfahrungen aus seiner langjährigen Arbeit als EDV-Fachmann ein. Das wird er auch für die Anlaufstelle im Geisbruch tun. Er möge den Kontakt zu Menschen, helfe gerne, sagt Mohr. „Zuhause sitzen und nichts tun, ist nichts für mich.“

Der Geisbruch sei ein Stadtteil, in dem viele Senioren leben, weiß Fritz. Gerade dort mache eine solche stadtteilbezogene Anlaufstelle besonders Sinn. Wenn das Modell dort Fuß fasst, soll das Angebot auch auf andere Stadtteile ausgeweitet werden.

Dafür braucht es aber vor allem eines: Kamp-Lintforter, die sich ehrenamtlich für eine solche Sache engagieren, die Lust haben, ihr Wissen und ihre Kenntnisse einzubringen.

Auch für den Geisbruch werden noch Mitstreiter gesucht. Interessenten können sich melden bei Jeanette Fritz, 02842/912 399.