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Hier werben Azubis um Nachfolger

19.01.2012 | 19:38 Uhr
Hier werben Azubis um Nachfolger
Der Verein JAM ,(Jugend und Arbeit in Moers) veranstaltete die 5. Jugendmesse im Autohaus Franken. Jugendliche informierten sich zu Berufen. Hier beim Infostand der Bundeswehr. Foto: Ulla Michels

Moers/Kreis Wesel.Hunderte Jugendliche kamen zur fünften Messe für Studien- und Berufsorientierung. Firmen knüpfen hier Kontakte.

Man kann wirklich nicht sagen, dass das Verhältnis von Moers und Herrn Puffpaff ungetrübt wäre. Wie auch? Unvergessen, wie es im Sommer bei Pufpaffs Comedy-Arts-Auftritt goss. Und auch am Donnerstag regnete es, als es den Mann mit dem seltsamen Namen in die Grafenstadt zog.

Gleichwohl unterschied sich sein Auftritt von allen vorherigen: Sebastian Pufpaff moderierte die Jugendmesse für Studien- und Berufsorientierung. Mehrere hundert Jugendliche kamen, viele mit ihren Eltern, im Verlauf des Nachmittags zu Opel Franken – trotz des Regens.

Der Verein „Jugend und Arbeit“ (JAM) organisierte die Messe zum fünften Mal. Ein Ziel ist es, Jugendliche darüber zu informieren, welche Ausbildungsmöglichkeiten sich nach der Schule bieten. Auf der anderen Seite nutzen Firmen wie Dr. Oetker, Enni, Marschmann oder die Sparkasse, Berufskollegs, Behörden, Bundeswehr, Polizei und Verbände die Messe gerne, um Kontakte zum potenziellen Nachwuchs zu knüpfen. Der Verkaufsraum des Autohauses war pickepackevoll.

Längst nicht alle Besucher haben klare Vorstellungen vom Leben nach der Schule. „Ich möchte eine Ausbildung im sozialen Bereich machen“, sagt etwa Linda (17). Für sie ist das Hermann-Gmeiner-Berufskolleg interessant. „Noch gar keine Ahnung“ hat Tabea (17) vom Gymnasium Rheinkamp. Sie will „mal schauen, was es alles gibt“. Ganz anders ihre Freundin Isabell, die schon kurz vor dem Abitur steht: „Ich will studieren und habe mit den Leuten der Fachhochschule Niederrhein gesprochen. Die haben mir Kulturpädagogik oder Soziale Arbeit empfohlen.“

Ein paar Meter weiter wirbt das Hüttenwerk Krupp-Mannesmann (HKM) aus dem Duisburger Süden für seine 70 Lehrstellen. HKM lege Wert auf motivierte Azubis, erklärt Ausbilder Dirk Grabowski. Deshalb will der Stahlhersteller seinen Einzugsbereich erweitern. Die Auszubildenden Tanja (19) und Sebastian (20), beide im zweiten Lehrjahr, versuchen in Gesprächen, andere Jugendliche zu überzeugen: „Das Klima ist klasse, und Stahl hat Zukunft.“ Schon im ersten Lehrjahr gibt’s 700 Euro, und: „Wir werden nach der Lehre alle übernommen.“

Die Messe ist ein Erfolg. 42 Aussteller waren vertreten – so viel wie nie zuvor. Dass deren Azubis für die verschiedenen Ausbildungen werben, kommt bei den Jugendlichen an. Tabea und Isabell jedenfalls waren sich einig: „Ja, wir würden unseren Freunden empfehlen, sich auch hier zu informieren.“

Thomas Wittenschläger

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