Hier haben jetzt die Frauen das Sagen!

Foto: Christoph Karl Banski

Da hatten sich die Karnevalisten nicht lumpen lassen. „Gefühlte 25 Grad“, schmetterte Jörg Thiel ins Mikrofon, um dann noch einen draufzusetzen. „Fast so gut wie in Spanien.“ Und dann gab der Präsident der Neukirchen VLÜ KA GE den Weg frei für die Möhnen, die festen Schrittes auf das Rathaus zumarschierten. Bürgermeister Harald Lenßen harrte derweil oben an seinem geöffneten Fenster aus. „Der Harald hat seine schmalen Auszubildenden weggenommen und da kräftige Kerle hingestellt“, rief Thiem. Und fürwahr – da standen sechs ernst drein schauende Männer am Eingang hinter den Durchfahrtverboten-Schildern, mit dunklen Anzügen und dunkler Sonnenbrille auf der Nase. Der Bürgermeister rief von oben: „Erstens kommt Ihr hier nicht rein und zweitens dürft Ihr hier nicht rein.“

Aber die Möhnen wären nicht sie selbst, wenn sie sich davon beeindrucken ließen. Sie stimmten an zum einstudierten fröhlichen Gesang, um alsdann das Rathaus zu stürmen. Die Männer hatten natürlich keine Chance gegen die starken Frauen – und schon war es vorbei mit dem Hochmut des Stadtoberhauptes. Der kam später in Begleitung der munteren Damen als Scheich nach unten vor die Türe, wo die blau-weißen Funken und die VLÜ KA GE bereits mit ihrem Bühnenprogramm begonnen hatten. Die Püppchen tanzten, die Fünkchen ebenso wie die Regiments- und die Mittelgarde. Dazu gab es jede Menge Gesang und gute Stimmung. Und einen Bürgermeister, der den Schlüssel nicht verteidigen konnte und nur noch darum bat: „Macht nicht alles kaputt, was ich aufgebaut habe.“