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Obdachlosigkeit

Hier braucht keiner zu erfrieren

02.12.2010 | 17:26 Uhr
Hier braucht keiner zu erfrieren
Ein Übergangheim für Obdachlose in Kamp-Lintfort. Foto: Gisela Weißkopf

Kreis Wesel.„Die Probleme einer Stadt Duisburg, die haben wir nicht“, sagt Gerhard Resnitzek. Selbst wenn Neukirchen-Vluyn einen Bahnhof besäße, müssten keine Türen nachts offen bleiben, um Obdachlose vor dem Erfrieren zu bewahren.

Wohnungslose finden Schutz in der Unterkunft an der Max-von-Schenkendorf-Straße, so der Leiter des Fachbereichs Soziales. Vier Personen sind es zurzeit und noch weitere könnten dort Platz finden. Außerdem würde der städtische Streetworker, so Resnitzek, sofort Bescheid sagen, wenn Menschen bei dieser Wetterlage kein Dach über dem Kopf haben.

„Jeder weiß, wo er
hingehen kann“

„Jeder weiß, wo er hingehen kann“, stellt Stadtsprecher Thorsten Schröder für die momentan 40 Obdachlosen in Moers fest. Männer werden in der Unterkunft an der Römerstraße in Meerbeck untergebracht. Frauen und Familien finden beheizte Räume in der Unterkunft an der Asberger-/Rheinhausener Straße vor. Mit durchreisenden Obdachlosen habe man es in der Grafenstadt nicht zu tun. Anlaufstellen für Bedürftige sind der Fachdienst Soziales an der Mühlenstraße 20 und die Caritas am Ostring 1. Die Caritas ist es auch, die sich in Moers vorsorglich darum kümmert, dass Bürger nicht obdachlos werden. Neukirchen-Vluyn und Kamp-Lintfort setzen dagegen vorrangig auf das Diakonische Werk. Für den hohen Grad der Zufriedenheit spricht, dass beide Städte die Verträge mit dem Wohlfahrtsverband auf unbefristete Zeit erneuert haben.

„Bei Bedarf würden wir aus dem Stand heraus umgehend eine Schlafstätte an der Friedrichstraße anbieten“, macht der Kamp-Lintforter Sozialamtsleiter Franz-Josef Evers deutlich. Auch in der Bergbaustadt sind durchziehende Wohnungslose nicht bekannt. Zehn Obdachlose sind es, die (wie berichtet) vom Vinnmannsweg zur Unterkunft an der Friedrichstraße wechseln. Zudem gibt es ein Übergangsheim, in dem junge Wohnungslose für wenige Wochen eine Bleibe finden, bis sich eine Alternative bietet.

Mit finanzieller Unterstützung der Stadt wurde bei der Diakonie für die Vermittlung und Beratung eine halbe Stelle besetzt. „Die hohe Erfolgsquote zeigt, dass Obdachlosigkeit sehr gut vermieden werden kann, wenn die Betroffenen die nötige Unterstützung bekommen“, bemerkt Bürgermeister Dr. Christoph Landscheidt.

Durch das Zusammenwirken von Diakonie und Stadt gelang es regelmäßig, Umzüge in andere Wohnungen zu vermitteln oder Einigungen mit Vermietern zu erzielen. Dabei reicht der Einsatz der Diakonie, so die örtliche Dienststellenleiterin Elke Gross, von der telefonischen Beratung über ein bis zwei Gespräche bis hin zu einer langfristigen Begleitung. Doch immer gehe es um Hilfe zur Selbsthilfe.

Ulrich Ernenputsch

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