Karneval
Hier blieb keiner sitzen
07.02.2010 | 19:30 Uhr 2010-02-07T19:30:00+0100
Rheurdt. Auch das beschauliche Rheurdt ist vom Virus Carnevalensis infiziert worden. Die Turnhalle war der Ort des närrischen Treibens. Dabei gibt es im Ort keinen Karnevals-Club, die freiwillige Feuerwehr, der Sport- und der Turnverein stellen die Aktivisten für diese Gala.
Für die Akteure gab es auch keine Orden, sondern kleine Schnäpschen aus einem Körbchen. Dieses Körbchen verwaltete Bürgermeister Klaus Kleinenkuhnen, der bei dieser Veranstaltung wie jedes Jahr die Moderation übernommen hatte.
In seiner Begrüßung merkte er an, dass Galasitzung bedeute, dass man sitzen bleiben dürfe. Aber das war ein Trugschluss. Es wurde ein närrisches Auf und Nieder. „Ich habe seit Weihnachten zwei Kilo abgenommen", vermeldet Kleinenkuhnen stolz. „Aber meine Frau meinte, das sei so viel, als wenn ein LKW seine Zierleiste verloren habe!”
Von prämierten
Deppen
Die freiwillige Feuerwehr, Löschzug Rheurdt, eröffnete das Programm mit Stimmungsmusik und übergab an die Tanzgarde der Regimentstöchter der Funkengarde.
Mit den Rheurdter Bänkelsängern, ein Männerquartett mit Damenbegleitung nahm man die lokale Szene aufs Korn. Alle bekamen ihr Fett weg. Sogar der Pfarrer! Nach der Kirchenrenovierung werde er wohl ab April Eintritt nehmen müssen, um alles finanzieren zu können. Etliche Seitenhiebe auf Schaephuysen zeugten von der innigen Verbundenheit zu diesem Ortsteil. Aus dem Turnverein kamen die Women in Love. Sechs Parkettmasseusen, die in ihre mitgebrachten Staubsauger verliebt waren. „Er gehört zu mir …..” war ihr Mottolied.
Wie jedes Jahr waren auch die Tratschtanten anwesend. Angelika Leurs und Hannelore Zumkley tratschen an ihren Küchenfenstern was das Zeug hielt. „Mein Mann ist deprimiert.” – „Komisch, mein Mann ist auch ein Depp, aber nicht prämiert.”
Der steile Weg
zum Fernseher
Seit jetzt 33 Jahren steht Manfred Schwarzmann als „De doofe Män” in der Bütt. Diesmal erzählte er von seiner Heirat. „Das wurde notwendig, weil der Weg vom Sessel zum Fernseher immer steiler wurde.” Nach vier Stunden endete das Programm mit dem Aufmarsch aller Aktiven auf die Bühne. Doch es ging in der närrischen Turnhalle noch lange weiter. Möglicherweise bis zur nächsten Gala am kommenden Abend.
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