Herzlichen Glückwunsch, liebes Schlosstheater!

Foto: Christoph Karl Banski

Moers..  Ach, wären sich doch immer alle so einig über den Wert und die Wertschätzung des Schlosstheaters wie gestern Abend beim Festakt im prächtig besuchten Foyer der Festivalhalle. Nennen wir es doch einfach beim Namen: Es war die ultimative Lobhudelei im positivsten Sinne, die in die Ohren der geneigten Zuhörerschaft drang. Dabei ist es noch gar nicht lange her, fünf Jahre, da saß Holk Freytag, Gründungsintendant des kleinen und feinen Bühnenhauses, in just jener Halle auf dem Podium, um Seit an Seit mit Ulrich Greb, dem jetzigen Intendanten, gegen das mögliche Aus des Schlosstheaters und für den Erhalt des Kulturwunders am Niederrhein zu streiten. Ist ja noch mal gut gegangen.

Warum? Vielleicht, weil die Lobesreden ja durchaus wahrheitsgemäß waren. Etwa, wenn Ulrich Greb von „Leidenschaft und Liebe“ sprach, die das Theater zu dem gemacht hätten, was es ist. Oder wenn der SPD-Landtagsabgeordnete Ibrahim Yetim von einem „bemerkenswerten Verhältnis der Moerser“ zu ihrem Haus berichtete. Dass das Theater Moers groß gemacht hat – naja, das ist vielleicht eine kühne Behauptung. Kleiner müssen sich die Moerser jedenfalls nicht machen mit dem kleinsten Stadttheater Deutschlands. Ex-Intendant Rupert Seidel sprach von der „Magie“ dieses Hauses. Jürgen Schmude, Gründungsmitglied des STM-Freundeskreises, betonte: „Was wir hier finden, ist einzigartig.“

Von einem „Kleinod“ sprach denn auch Dr. Hildegard Kaluza vom Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes NRW. Die Anerkennung der „relevanten und überregionalen“ Leistung des STM drückt sich im Falle des Landes sogar in Zahlen aus, nämlich einem Zuschuss von 220 000 Euro.

Der Noch-Beigeordnete Hans-Gerd Rötters goss aber doch bisschen Wasser in den Wein: „Herzlichen Dank für den Kampf, den ihr, lieber Uli, immer wieder für das Theater gefochten habt und weiterhin werdet fechten müssen“, wandte er sich an Ulrich Greb in der Ahnung, dass in Zeiten knapper Kassen die Kultur immerzu auf den Prüfstand gestellt wird. Und doch: „Vielleicht feiern wir ja noch gemeinsam das 80-jährige Jubiläum“, schmunzelte Rötters.

Holk Freytag gestand: „Davon hat niemand geträumt 1975“, nämlich, dass es einmal ein 40-jähriges Jubiläum zu feiern gilt. Er erinnerte an die Aufbruchstimmung damals und daran, dass es nicht „ein paar Kulturspinner“ waren, sondern die Moerser, die dieses Theater haben wollten. Und Ulrich Greb fasste seine Hochachtung für seinen Vorgänger in schlichte Worte: „Ohne ihn wären wir heute alle nicht hier.“