Heribert Hölz zählt Schäfchen

Was wir bereits wissen
Der Bosnien-Helfer aus Neukirchen-Vluyn hat beim Besuch im März 50 Schafe eingekauft. Er hat ihnen die Namen gegeben, die die Kinder vom Niederrhein ausgesucht hatten. Dann hat er die Tiere an Bauern verteilt.

Neukirchen-Vluyn..  Heribert Hölz hat ein logistisches Problem. Der engagierte Bosnien-Helfer muss in diesen Tagen bei seiner Rundreise durch die Kindergärten und Schulen am Niederrhein die richtigen Bilder mit den richtigen Schafen verteilen.

Und das ist gar nicht so einfach. Die Spendenaktion, von der Hölz am Anfang skeptisch war, hat sich zu einem echten Renner entwickelt. 50 Schafe hat Heribert Hölz von dem Geld kaufen können, das er in den Einrichtungen gesammelt hat.

Die Tiere hat er bei seinem jüngsten Besuch Mitte März in Bosnien gekauft und an Kleinbauern als Hilfe zur Selbsthilfe verteilt. Jedes der Schafe hat einen Namen bekommen, den jene Kinder im Vorfeld hatten vorgeben können, die für das Schaf Geld gesammelt hatten. Ein Tier kostet etwa 130 Euro. „Ich habe wirklich nicht damit gerechnet, dass so viele Schafe zusammenkommen“, sagte Hölz. Und somit so viele Namen zu vergeben sind. Wie Hölz sagt, war es für viele Kinder auch gar nicht so einfach, sich auf einen passenden Namen zu einigen. Es habe Fälle gegeben, in denen eine Schulstunde dazu nicht ausreichte. Nun laufen auf den Feldern Bosniens diverse Archibalds, Paschas, Maruschkas, Shauns, Luckys und Mollys umher – was Heribert Hölz wiederum sehr freut. Das Projekt geht jetzt in die Sommerpause, im Herbst wird es fortgesetzt. Wenn Heribert Hölz über seinen jüngsten Besuch berichtet, kommt ihm eine junge Mutter vor Augen, verheiratet, zwei Kinder. Sie hat bei der jüngsten Flut alles verloren, innerhalb nur einer Stunde war ihr Haus überflutet, sie selbst mit ihrem Nachwuchs war bei Verwandten gewesen. Jetzt lebt die vierköpfige Familie zur Miete in einem kleinen Raum. Niemand habe ihr helfen wollen. Heribert Hölz tat es – und erntet überschwänglichen Dank.

Weiterer Schwerpunkt der jüngsten Reise: die Suppenküche in Senica. Das Gebäude ist in die Jahre gekommen. Die Küche musste generalüberholt werden. Ein riesen Projekt. Nun müssen Hölz und seine Mitstreiter noch neue Gefäße für die rund 120 bedürftigen Familien kaufen. Mit 150 Familien wird geplant. Jede bekommt zwei Gefäße, eines wird befüllt, das am darauffolgenden Tag wieder mitgebracht wird. „Das letzte Mal habe ich die im Dorf Neukirchen gekauft“, sagt Hölz. Lange her.

50 Schafe hat Heribert Hölz im März in Bosnien an Kleinbauern als Hilfe zur Selbsthilfe verteilt.