Helge Schneider lädt auch die Queen zum Moers-Festival ein
14.02.2012 | 18:45 Uhr 2012-02-14T18:45:00+0100
Moers.„Vergangenes Jahr gab es Schnittchen“ sagt Helge Schneider mit bedauerndem Unterton und Blick auf seinen Auftritt bei der Pressekonferenz zu „Helge’s Heimatabend“ in der Trotzburg im Jahr 2011. vergangenes Jahr musste der Heimatabend wegen Helges akuter Erkrankung kurz vorher abgesagt werden.
Dieses Jahr gab es Plätzchen im Büro der Moers Kultur-GmbH. Und einen Vorgeschmack auf die großen Entertainerqualitäten eines Meisters der Sparte philosophierender Unsinn, der sich für die Premiere seines Heimatabends in Moers einiges vorgenommen hat – oder auch nicht: „Auch Queen Elizabeth bekommt eine persönliche Einladung von mir, die ich aber nicht abschicken werde.“
Was die Zuschauer am Pfingstmontag beim Moers-Festival erwartet? Eine bunte Wundertüte aus Musik mit Helge und seinem neuen Trio, Plauderei mit Überraschungsgästen, Begegnungen mit anderen Musikern und „Zeitzeugen“, spinnt Helge den Faden weiter, „auch aus dem 18. Jahrhundert. Das könnte auch jemand sein, der in einer Uhrenfabrik arbeitet. Alte und junge Leute und sogar Tiere können mitmachen.“ Kurzum: Helge ist Programm. Der Rest wird passend und in Absprache mit STM-Intendant Uli Greb, Comedy-Arts-Chef Holger Ehrich und Moers-Festival-Leiter Reiner Michalke drumherumgestrickt
Musik für den Metzger
Reiner Michalke kennt die Moderatorenqualitäten des Mülheimers aus früheren gemeinsamen Projekten wie etwa der „Off-Show“, die in den 80er Jahren live im WDR ausgestrahlt wurde. Gemeinsam mit Reinhold Beckmann („Der konnte das damals noch nicht alleine“, so O-Ton Helge) moderierte Helge Schneider die Show. Interviews mit Heinz Schenk, Graham Bonney und Christoph Schlingensief seien „unvergessen“, so Michalke: „Helge kann das Besondere an einem Menschen herausarbeiten“, lobt der Festival-Chef. Helge Schneider ergänzt: „Oder Leute, die gar nix können, zu ganz besonderen Superstars machen.“
Eigene Sachen mit seinem Trio will er spielen oder Gäste begleiten, die selbst keine Musik machen können oder wollen. „Nehmen wir an, ein Metzger tritt auf. Dann machen wir die Musik.“
Es gebe eine gewisse Affinität zum Moers-Festival, sagt Helge Schneider. Zweimal ist er selbst auf dem Festival aufgetreten – „einmal auf einem Lkw, einmal im Zelt, alleine. Aber da hab ich mich übernommen. Ich spiele lieber mit einer Band.“ Aber auch als Besucher hat er das Festival genossen. „Früher war das ‘ne Wiese, das fand ich gut. Elvin Jones habe ich gesehen, der lief dann da so rum und ich konnte den angucken. Damals war ich immer darauf aus, ohne Eintritt rein zu kommen. Da wollte ich dann auch mal spielen.“
„Bitte engagieren Sie mich, ich bin arm“
Angesprochen auf die stadtinterne Diskussion um die Zukunft des Festivals, sagt Schneider: „Jeder Künstler, der hier spielt, unterstützt die Idee des Festivals.“ Fast alle Städte seien mittlerweile verschuldet, und „alles, was nicht Hau-Ruck-Kultur ist, muss darunter leiden. Weil der Straßenbau Vorrang hat.“
Kennengelernt hat Reiner Michalke Helge Schneider, als dieser noch völlig unbekannt war, über eine Freundin. Der Zettel, den Helge ihm damals schrieb, hänge immer noch in seinem Büro, so Michalke. „Bitte engagieren Sie mich, ich bin arm“, steht darauf geschrieben. Und heute? Im Vergleich zu wirklich reichen Leuten sei er nicht reich, sagt Helge. „Aber schreiben Sie ruhig, ich bin reich.“ So oder so gesehen.
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und ich komme bestimmt NICHT!!!!!