Heimkind in Einrichtung in Spanien

Kamp-Lintfort..  Seit drei Jahren ist ein Heimkind aus Kamp-Lintfort in einer Einrichtung in Spanien mit deutscher Trägerschaft untergebracht. Das teilte die Stadtverwaltung am Dienstag auf WAZ-Anfrage mit.

Das Kind sei damals schwer verhaltensauffällig gewesen. Eine Einrichtung in Deutschland, die sich adäquat um das Kind habe kümmern können, habe es aus Sicht der verantwortlich Handelnden damals nicht gegeben, so die Stadtverwaltung. Ein Sachbearbeiter des Jugendamtes habe die Einrichtung besucht, bevor das Kind in deren Obhut gegeben worden sei. Seitdem werde das Kind einmal jährlich besucht. Es geben inzwischen eine „deutlich positive Entwicklung“. Der Tagessatz für die Unterbringung liege bei rund 180 Euro. Vor diesem aktuellen Fall habe es noch zwei weitere Fälle gegeben.

Im Gelsenkirchener Jugendamt waren zuletzt Vorfälle bekannt geworden, bei denen sich Mitarbeiter an solchen Maßnahmen bereichert hatten.

In Moers hat man die Akten bis 2009 zurückverfolgt. Dort gibt es keine Fälle von Heimkindern, die im Ausland untergebracht wurden. Der für die städtische Jugendarbeit in Neukirchen-Vluyn zuständige Kreis Wesel hat auf die WAZ-Anfrage bisher nicht geantwortet.