Harald Lenßens großer Auftritt

Der Bürgermeister und der CDU-Vorstand blicken optimistisch nach vorn: Markus Nacke, Heiko Haaz, Harald Lenßen und Claudia Wilke.
Der Bürgermeister und der CDU-Vorstand blicken optimistisch nach vorn: Markus Nacke, Heiko Haaz, Harald Lenßen und Claudia Wilke.
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Was wir bereits wissen
Bürgermeister tritt wie erwartet zur Wahl im September an. Die Stadt sieht er gut aufgestellt. In den vergangenen Jahren habe sich viel Positives bewegt.

Neukirchen-Vluyn..  Seine offizielle Nominierung für die Bürgermeisterwahl durch den CDU-Vorstand dürfte die wenigsten Politik-Interessierten überrascht haben: Gestern hat Harald Lenßen auch zugesagt, am 13. September zur Wahl anzutreten, nachdem schon im Verlauf dieser Woche eigentlich völlig klar war, dass er den Wunsch der Christdemokraten nicht ablehnen würde. Am Montagabend hatte der Vorstand seine Wahl getroffen, eine Erklärung des Auserwählten war aber zunächst ausgeblieben.

„Ja, ich kandidiere für das Bürgermeisteramt“, erklärte der Amtsinhaber nun am Freitag im Zuge eines Pressetermins, bei dem sich auch Parteichef Heiko Haaz, dessen Stellvertreterin Claudia Wilke und der Fraktionsvorsitzende Markus Nacke äußerten. Sie sparten allesamt nicht mit Lob für ihren Kandidaten. Harald Lenßen sei mit Leib und Seele Bürgermeister, betonte Parteichef Heiko Haaz, er sei sachlich und ruhig, und der Vorstand sei sehr froh, dass Lenßen kandidiere, und dass man keine Überredungskünste hat anwenden müssen. Der Kandidat gab sich betont selbstbewusst. „Ich habe 2009 mit großem Elan angefangen“, sagte Lenßen, und das habe er in den vergangenen fünf Jahren durchgezogen.

Der Amtsinhaber unterstrich in seiner Rückschau, dass „sich in der Zeit eine Menge getan“ habe, „das kann man nicht wegdiskutieren“, sagte Harald Lenßen: die Steigerung sozialversicherungspflichtiger Arbeitsplätze, die Einwohnerzahl, die Gesamtschule, der Breitbandausbau. Nicht zuletzt nannte er die Wiedereröffnung der Kulturhalle sowie die durchgehende Öffnung des KuCa, für die er sich eingesetzt habe.

Im Moment beschäftigten die Stadt allerdings auch Pflichtaufgaben, von deren Ausmaß man in den vergangenen Jahren noch nichts gewusst habe und für deren Finanzierung man Unterstützung brauche. „Das ist aber nicht Sache des Bürgermeisters, das muss politisch geregelt werden.“ Unter anderem nannte er die Unterbringung der Asylbewerber, bei der die Verwaltung aktuell Lösungen aufgezeigt habe. Lenßen: „Die Verwaltung hat an der Stelle gut gearbeitet.“

Ohnehin sieht er die Verwaltung gut aufgestellt und widerspricht damit der Kritik seines SPD-Herausforderers Jochen Gottke, der im Zuge seiner Nominierung Anfang Dezember angekündigt hatte, die Verwaltung umbauen und modernisieren zu wollen. Lenßen: „Das ist vollkommen an der Realität vorbei.“ Es sei egal, ob es Amt oder Fachbereich heißt. Die Ergebnisse der Strukturuntersuchung durch die Gemeindeprüfungsanstalt werden für nächste Woche erwartet. Von ihnen erhofft sich Lenßen offenkundig eine Bestätigung seiner Ausrichtung.

Dass dem Verwaltungschef nun der Unmut über die Massenkündigungen bei den Nau-Immobilien um die Ohren fliegen würde, war nicht absehbar. Allerdings unterstreicht Lenßen bei allem Verständnis für die Unsicherheit der Mieter, dass man dankbar sei, dass ein Investor sich dieses Quartiers annehme, nachdem dort jahrelang nichts passiert sei. Der Eigentümer müsse jetzt die Chance haben, seine Vorstellungen umzusetzen. Gleichwohl äußerte er mit Blick auf die Kommunikation auch Kritik an der Vorgehensweise des neuen Eigentümers, der zu diesem Thema am Ort nicht ansprechbar gewesen sei. Lenßen selbst hatte erst beim CDU-Neujahrsempfang am Sonntag durch die NRZ von den plötzlichen Massenkündigungen erfahren.

Für die Zukunft kündigt er an, an seinem Kurs festhalten zu wollen. Wie Parteichef Heiko Haaz unterstreicht, sollen die Mitglieder Ende Februar das letzte Wort zur Kandidatur haben.