Das aktuelle Wetter Moers 20°C
Klartext

Hand aufs Herz

08.09.2012 | 07:15 Uhr
Hand aufs Herz
Michael PaßonFoto: Markus Joosten

Frau Ixkes wird beim nächsten Mal wieder einschreiten. Hand aufs Herz: Würden Sie es auch tun? Sie sollten. Oder zumindest gleich Hilfe holen. Zivil-Courage ist ein schönes Wort – viel zu oft leider viel zu oft wohlklingendes Phantom in einer zunehmend verrohenden Gesellschaft. Das dürfen wir nicht zulassen!

Nun müssen es, wie jetzt offenbar in Kamp-Lintfort, keinen braunen Schwachköpfe sein, Übriggebliebene oder Orientierungslose. Vielleicht ist es beim nächsten Mal die Gruppe betrunkener Jugendlicher, die ein Mädchen belästigt oder einen älteren Herrn bedroht. Niemand kann vorhersehen, was in solchen Situationen passiert. Und die unglaublich grausamen wie hemmungslosen Attacken an diversen Bahnsteigen in den letzten Jahren regen zurückhaltende Gemüter auch nicht gerade zum Einmischen an.

Aber noch mal die Hand aufs Herz. Könnten Sie noch mal glücklich werden, wenn Sie dabei zugesehen hätten, wenn Menschen zu Gewaltopfern werden, vielleicht ihr Leben lassen? Genau!

Wer wegguckt, macht sich mitschuldig. Die Bus-Pöbelei in der Zechenstadt war sicher harmloser, aber absolut nicht tolerierbar und spätestens dort fängt es an. Frau Ixkes wollte nicht derselben Ecke stehen mit jenen, die fremdenfeindliche Beleidigungen mal eben raushauen als sprächen sie über das Wetter. Es gibt sicher viele, die stellen sich über solche Äußerungen und verstecken sich hinter dem Motto: „Lass die Idioten doch reden“. In der Öffentlichkeit ist das grundfalsch.

Eine tolerante Gesellschaft übt null Toleranz gegenüber Gewalt und Fremdenfeindlichkeit, übernimmt Verantwortung füreinander. Mischt sich ein, für die Schwächeren, für sich selbst. Auch wenn es Sie nicht tröstet, Frau Ixkes: Sie haben alles richtig gemacht!

Michael Passon



Kommentare
08.09.2012
17:56
Hand aufs Herz
von Mercator21 | #1

Sie kennen die Situation doch sicherlich nur aus der Schilderung von Frau Ixkes. Wollen sie nicht erst mal abwarten, was der Busfahrer oder andere Beteiligte dazu sagen.

1 Antwort
Blockierter Kommentar.
Name von Moderation entfernt | #1-1

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

Aus dem Ressort
In Moers ist kein Grabschmuck am Kolumbarium erlaubt
Friedhof
Die Friedhofssatzung von Moers verbietet Grabschmuck an Kolumbarien. Gleichwohl wurde er an den Urnengrabstätten auf dem Hülsdonker Friedhof lange geduldet – bis jetzt. Alle Beigaben flogen in den Müll, das Entsetzen der Angehörigen ist groß. Betreiber Enni verweist auf einen Ratsbeschluss.
Neukirchen-Vluyner lernen jetzt im Grünen
Schule
Aus den Erlösen des Adventskalenderverkaufs wurden Tische und Bänke für den Außenbereich des Julius-Stursberg-Gymnasiums gekauft.
Zwei Frauen aus Moers helfen am anderen Ende der Welt
Soziales
Am Anfang war ein Gedanke: Möglichst weit weg von der gewohnten Umgebung möglichst spannende Dinge zu erleben. Aus dieser Idee hat sich für Jil Torkler und Amelie Wagner aus Moers der konkrete Plan ergeben, ein Diakonisches Jahr im Ausland (DJiA) in Südafrika zu absolvieren.
Kamp-Lintfort: Der Parkärger am Kamper Berg bleibt
Stadtentwicklung
Es war ein bunter Strauß von Beschlüssen, die der Ausschuss für Stadtentwicklung gestern einstimmig auf den Weg brachte. Die Themen reichten vom politischen Dauerbrenner „Parken am Kamper Berg“ über den Umbau von Schul- und Ferdinantenstraße bis hin zu dem allseits begrüßten Entschluss, die Stadt...
Neukirchen-Vluyn: Präses Rekowski kommt zum Jahresfest
Kirche
Präses hält die Predigt beim Jahresfest des Erziehungsvereins am 28. September. Gottesdienst beginnt um 10 Uhr. Anschließend startet großes Straßenfest rund um das Kinder- und Jugenddorf.
Fotos und Videos
15. Moerser Rocknacht
Bildgalerie
Rock
Freefall Festival II
Bildgalerie
Open Air
Freefall Festival
Bildgalerie
Open Air
Badenwannenrennen
Bildgalerie
Bettenkamper Meer