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Gymnasium auf Rekordhoch

03.03.2009 | 20:42 Uhr

Michael Passon Moers. Harald Hanio lächelt gern hintergründig. Dann glaubt man, er habe die Frage nicht richtig verstanden. Aber dann sagt Harald Hanio: „Nein, nein, da haben Sie schon recht.” Fast jedenfalls, denn: „Die Moerser Schullandschaft hatte schon immer eine zentrale Funktion."

Es ist also nichts Neues, dass Kinder aus den Nachbargemeinden auf Moerser Schulen drängen. Augenfällig sind aber auch die hohen Anmeldezahlen 2009. Und das darf getrost als Zeichen vernünftiger Schulpolitik gelten. Grund für ein weiteres Hanio-Lächeln.

In diesem Frühjahr ist die Zahl der „Auswärtigen” erneut von 210 auf 235 gestiegen. Die Anmeldezahlen im Gymnasialbereich etwa sind auf einem Stand, „den wir seit 1970 nicht mehr hatten”, erklärt Hanio. Aber Schulentwicklung ist auch die ständige Abwägung von Kosten und Bedarf. Hanio legt Wert darauf, dass „kein Moerser benachteiligt wird”.

Es gibt schließlich schon andere Kehrseiten großer Nachfrage. Sie bedeutet viele Absagen. Die Hermann-Runge Gesamtschule etwa, die mit 239 Anmeldungen den Vogel abschoss, musste 119 Kinder abweisen, davon 80 aus Moers. 50 an die anderen beiden Gesamtschulen, 30 zu den Realschulen oder zur Hauptschule.

Die können's brauchen, denn sie sind zurzeit die Verlierer. Vier Prozent weniger Kinder wollen zur Realschule. Für die einzige Moerser Hauptschule, die künftig hochmoderne Justus-von-Liebig, gibt's derzeit gerade mal 19 Anmeldungen.

Harald Hanio sorgt sich nicht um die Realschulen. Er sagt: „2010 wird die Heinrich-Pattberg Ganztagsschule, mal sehen, wie sich das auswirkt.” Und auch die Julius-von-Liebig-Hauptschule fahre ja wahrscheinlich „gut einzügig. Sagen wir doch einfach mal, wir können wenigstens noch eine Hauptschule vorhalten.”

Sie müssen. Und können, weil mit dem in NRW einzigartigen Sanierungsprogramm Prosa bis 2016 satte 60 Millionen Euro in die Modernisierung der Moerser Bildungseinrichtungen fließen.

Kein Wunder also, dass gerade die derzeit zufriedenen Nutznießer voll des Lobes sind. Gabriele Krüsmann, Leiterin der beliebten Hermann-Runge-Realschule, bescheinigt der Stadt eine „sehr vernünftige Schulpolitik” und bricht gleichsam eine Lanze für die Hauptschule. „Sie darf nicht totgeredet werden und verdient ihren Platz als kleines System, in dem echte Integrationsarbeit geleistet wird.” Kollege Hans van Stephoudt vom Adolfinum bescheinigt Moers gar eine „exquisite Schullandschaft” mit einem tollen Sprach-Angebot. Und Fritz Burger, Chef an der Europaschule, freut sich über den Zulauf zum Schulzentrum Rheinkamp aus den Nachbargemeinden. „Allein aus Rheinberg kommen jeden Tag 93 Mädchen und Jungen.” Ein Faktor, meint Burger, der im demografieschwachen Moerser Norden eine wichtige Rolle spielt. „Die Zügigkeit entscheidet über Qualität.”

Und die will die Stadt durch geschickte Schulpolitik hoch halten. Hanio: „Es ist auch ein Markenzeichen der Stadt Moers.”

Neue Rhein/Ruhr Zeitung

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Kommentare
04.03.2009
11:35
Gymnasium auf Rekordhoch
von TobiNe | #2

Da capo!
Diese Hauptschule ist ein Schandfleck.
Aber wohin mit Leuten, die teils zu bequem, teils zu dämlich sind, auch nur geradeaus zu pinkeln.

Da tun einem die in dem Artkel erwähnten Schüler leid, die am Gymnasium wegen Überfüllung abgewiesen und diese Sozialverwahrungsstelle abgeschoben werden.

04.03.2009
08:36
Gymnasium auf Rekordhoch
von hanjin | #1

Das ist doch wohl auch kein wunder, dass möglichst viele Eltern versuchen ihre Kinder nicht auf die Hauptschule zu schicken. Man fahre mal zu Schulzeiten daran vorbei. Wenn man sieht, was für Leute auf dieser Schule sind, da kann das eigene Kind doch nur ******* werden. Schlechter Umgang ist dort vorprogrammiert! und eine Zukunft ohne Schulabschluss und ohne Ausbildung ebenso. Ich kann nicht verstehen, warum eine Hauptschule auch noch gepusht wird. Die meisten Leute an diesen Schulen wissen diesen Einsatz doch eh nicht zu schätzen, und diejenigen, die das Angebot nutzen wollen, werden gemobbt und verprügelt. In einem Jahr ist das meiste ohnehin kaputt oder geklaut. Und das sind hier keine bösen Vorurteile, sondern Tatsachen! So traurig es auch ist!

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