Gute Gespräche beim Unternehmerstammtisch der Volksbank

Unternehmerstammtisch der Volksbank Niederrhein.
Unternehmerstammtisch der Volksbank Niederrhein.
Foto: CoverSpot
Was wir bereits wissen
Rund 300 Unternehmer waren am Mittwochabend zum Stammtisch der Volksbank Niederrhein gekommen – und trainierten dabei ihr Gedächtnis.

Am Niederrhein..  Heinz war da, Werner auch, und Phil, Volksfried, Katy, Josi, Rebekka und Laura. Daneben kamen am Mittwochabend rund 300 weitere Unternehmer aus der Region zum Unternehmerstammtisch der Volksbank Niederrhein ins Parkhotel Wellings in Kamp-Lintfort. Dabei dürften die eingangs genannten Herrschaften jene gewesen sein, die ab etwa 20 Uhr von allen anderen Gästen mit Vornamen angesprochen werden konnten.

Warum? Weil sie für Markus Hofmann für einen Moment zu Assistenten benannt wurden, um aufzuzeigen, wie man sich Namen besonders gut merken kann. Mit Markus Hofmann hatte die Volksbank einen Referenten eingeladen, der laut „Hörzu“ einer der effektivsten Gedächtnisexperten Europas ist. Er begeisterte das Auditorium mit einer mentalen Trainingsstunde.

Zuvor hatte der Vorstandsvorsitzende der Volksbank, Guido Lohmann, seine Gäste über die aktuelle Wirtschafts- und Finanzlage informiert. Der 51-Jährige ist auch ein Freund unbequemer Wahrheiten, das offenbarte sein spannender und kurzweiliger Vortrag zur aktuellen Entwicklung der Finanz- und Wirtschaftslage und zum Fachkräftemangel an der Basis.

Ein Bogen

Lohmann spannte einen Bogen von der Weltwirtschaftslage über Europa nach Deutschland bis an den Niederrhein. Er bescheinigte der deutschen Wirtschaft eine unverändert stabile Situation, die dem Land auf internationaler Bühne viel Anerkennung eingebracht habe. Aber der Finanz-Experte warnte: „Ich sehe die Gefahr einer gewissen Selbstzufriedenheit, die einen gefährlichen Nährboden für einen zukünftigen Verlust von Wettbewerbsfähigkeit darstellt.“

Die wirtschaftlichen Erfolge würden seit geraumer Zeit von äußeren Faktoren begünstigt, die weder berechen- noch steuerbar seien. Damit hob Lohmann auf das historische Zinstief, den Ölpreis und die Abwertung des Euro ab.

Dahinter sei jedoch ein spürbarer Abfall der Produktivitätsentwicklung zu beobachten, der Garantin für Wirtschaftswachstum. Dieses, sagte Lohmann, sei in der Vergangenheit insbesondere durch Lohnzurückhaltung und die Agenda 2010 gestützt worden. „Diese Mittel sind allerdings ausgereizt. Ein stabiles Wachstum ist künftig nur zu gewährleisten durch Innovationen und massive Investitionen sowohl im privaten als auch im öffentlichen Sektor.“

Investition war das Stichwort für den Volksbank-Chef: „Wir müssen dringend in die Bildung junger Menschen investieren – und damit in unsere Zukunft.“ Der Fachkräftemangel sei allgegenwärtig,

Grund sei nicht zuletzt ein durch die Politik geförderter „Akademisierungswahn“, dem immer mehr Eltern und Schulabgänger unterlägen. „Nie war die Anzahl der Studierenden so hoch wie heute. Viele brechen ab, finden anschließend aber nicht mehr den Weg in die mittelständischen Betriebe, insbesondere nicht ins Handwerk.“

Dabei werde Deutschland beneidet um das erfolgreiche duale Bildungssystem. Gemeinsam mit der Kreishandwerkerschaft des Kreises Wesel will die Volksbank Niederrhein hier Verantwortung übernehmen und ruft auf zum „Dialog für Ausbildung“. Neben Initiativen auf IHK- und Wir4-Ebene verfolgt das Projekt einen besonderen Ansatz. Der Dialog soll ein durch die Bank organisiertes Forum des ständigen Austausches zwischen lokalen Unternehmen und Ausbildungsverantwortlichen in den Schulen am linken Niederrhein sein. „Wir haben bereits jetzt etwa ein Dutzend Schulen und ebenso viele Betriebe mit dabei, ohne dafür geworben zu haben“, hieß es.

Damit begann Lohmann spätestens am Mittwoch vor den Unternehmern. Viele trugen sich spontan in eine Liste ein, den ersten „Dialog für Ausbildung“ soll es vor der Sommerpause geben.