Grundsteuer: So teuer wird’s in Neukirchen-Vluyn

Foto: dpa
Was wir bereits wissen
Was die Erhöhung in den Jahren 2015 und 2016 für Haushalte bedeutet. Einige Beispielrechnungen

Neukirchen-Vluyn..  Wohnen wird vielerorts teurer. Mit der Anhebung der Hebesätze der Realsteuern versuchen etliche Kommunen landauf, landab, ihre Finanzen in den Griff zu bekommen und die Haushaltslöcher zu stopfen. Auch in Neukirchen-Vluyn hat die Politik beschlossen, die Grundsteuern A und B sowie die Gewerbesteuer zu erhöhen.

Bis zum Jahr 2014 sollen die Grundsteuern um jeweils zehn Prozentpunkte erhöht werden, die Gewerbesteuer steigt im gleichen Zeitraum jährlich um fünf Prozentpunkte. Was das für Hausbesitzer oder Wohnungsinhaber konkret bedeutet, hat die NRZ bei der Stadt erfragt.

Dazu einige Rechenbeispiele, ausgehend von dem Hebesatz von 450 Prozent im Jahr 2014: Für ein durchschnittliches Wohnhaus im Außenbereich, bei dem der Messbetrag bei 58,76 Euro liegt, fallen für das Jahr 2015 nun 5,88 Euro mehr an als im Vorjahr, für 2016 wären es 5,87 Euro mehr. Für ein Wohnhaus im Innenstadtbereich, das mit einem Messwert von 110,62 aufgeführt ist, erhöht sich der Betrag der Grundsteuer demnach in beiden Jahren im Vergleich zum Vorjahr um 11,06 Euro.

Als dritte Beispielrechnung bietet die Stadt ein durchschnittliches Wohnhaus in der Alten Kolonie an. Hier liegt der Messbetrag für die vergleichsweise alten Häuser bei 22,91. Auch hier soll sich in der Planung für die Haushaltssicherung 2015 der Hebesatz auf 460 Prozent erhöhen und 2016 um weitere zehn Prozentpunkte auf 470. Bedeutet für beide Jahre eine Erhöhung um jeweils 2,29 Euro. Für ein Haus durchschnittlicher Größe.

Wer eine Eigentumswohnung im Außenbereich hat, die mit einem Messbetrag von 35,89 gelistet ist, zahlt im Jahr 2015 folglich 3,59 Euro mehr als 2014, im Folgejahr sind es demnach 3,58 Euro. Liegt die durchschnittliche Eigentumswohnung im Innenstadtbereich bei einem Messbetrag von 52,25 steigen die Steuern um 5,22 Euro in 2015 und 5,23 in 2016.

Bei Geschäftsgrundstücken in Gewerbegebieten verhält es sich wie folgt: Bei mittleren Grundstücken, deren Grundsteuer sich mit einem Messbetrag von 146,20 berechnet, steigt die Steuer pro Jahr um 14,62 Euro. Bei großen Grundstücken und einem Messbetrag von 490,87 sind es 49,08 Euro für 2015 und 49,09 Euro für 2016. Im Schnitt, versteht sich. Es gebe natürlich Ausreißer nach oben und nach unten, präzisiert die Kämmerei.

Bis 2010 sind die Hebesätze der Realsteuern lange Zeit nicht angepasst worden. Von 2010 auf 2011 gab es bei der Grundsteuer B eine Steigerung von 19 Prozentpunkten, dann von 2013 auf 2014 von 30 Prozentpunkten. Die Höhe der aktuellen Anhebung von rund zwei Prozent orientiert sich an der Preissteigerungsrate, erklärt die Kämmerei. Und letztlich ergebe es für dieses Jahr gar den Fall, dass die Steuern nicht in dem Maße steigen wie die Gebühren sinken, heißt es weiter.