Goldener Pinguin für die Katze

Verleihung des "Goldenen Pinguins" in Moers im Bild : die beiden Preisträger Frau Maren Kaun (links) und Hr. Daniel Wagner (rechts) Dahinter die Mitglieder der Jury. Foto : siegfried wensierski
Verleihung des "Goldenen Pinguins" in Moers im Bild : die beiden Preisträger Frau Maren Kaun (links) und Hr. Daniel Wagner (rechts) Dahinter die Mitglieder der Jury. Foto : siegfried wensierski
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Was wir bereits wissen
Sonderpreis des Kinder- und Jugendtheaterfestivals geht an das Figurentheater Maren Kaun. Penguin’s Days erreichten in zehn Tagen rund 2500 Zuschauer

Moers..  Am Ende hat sich die couragierte gestiefelte Katze sogar noch den Goldenen Pinguin geschnappt: Das Theater Zitadelle aus Berlin hatte sich direkt zu Beginn des Kinder- und Jugendtheaterfestivals Penguin’s Days mit seiner ganz speziellen Version des Grimm’schen Märchens in die Herzen der Jury gespielt und gewann am Donnerstag nach 2013 bereits zum zweiten Mal den mit 1500 Euro dotierten Hauptpreis des Festivals. Über den Sonderpreis freute sich das Figurentheater Maren Kaun, das die jungen Juroren mit Kafkas „Verwandlung“ überzeugen konnte.

Mit 1250 Minuten Theater erreichten die Penguin’s Days in zehn Tagen Festivalzeit rund 2500 Zuschauer zwischen zwei und 89 Jahren – Grund genug für die Festivalmacher Holger Runge und Maria Filimonov gestern zufrieden Bilanz zu ziehen. Man habe mit der belgischen Artistengruppe „Sur Mesure Fillage“ erfolgreich Neues ausprobiert, zugleich aber Bewährtes nicht aus den Augen verloren. Für reichlich Abwechslung hatten in diesem Jahr auch die zahlreichen Spielorte gesorgt – von der Festivalhalle über Schloss, Studio, dem Ehrenmal in Schwafheim und diversen Schulen bis hin zur Wiese vor dem Schloss, wo das Theater ciaconna clox vor der Preisverleihung mit „Sechse kommen durch die ganze Welt“ bestens unterhielt.

Es sei der Jury schwer gefallen, nur ein Stück auf den begehrten ersten Platz zu setzen, so Jurymitglied Swantje Jäger stellvertretend für ihre Kollegen: „Aber es gab ein Stück, über das wir alle noch nach zehn Tagen lachen konnten.“ „Die gestiefelte Katze“ habe unterschiedliche Generationen gleichermaßen angesprochen. „Das Stück hätte gerne auch drei Stunden dauern dürfen.“ Die Jury sei sich einig gewesen, dass das Bühnenbild der Figurentheaterspielerin Maren Kaun eine perfekte Kulisse war, um die makabre Kafka-Erzählung wiederzugeben, begründete Valentin Linse den zweiten Juryentscheid in der Laudatio für die Sonderpreisträgerin.

Auch Bürgermeister Christoph Fleischhauer gratulierte den Gewinnern der Penguin’s Days – und dankte zugleich dem Schlosstheater: Das Festival sei ein Kleinod, dass es zu bewahren gelte – auch, wenn die Kultur immer wieder auf dem Prüfstand stehe.

Für Holger Runge und Maria Filimonov geht die Arbeit für die Penguin’s Days 2016 nach den Ferien nahtlos weiter: „Die Suche nach passenden Stücken läuft“, so Runge. Fest steht in jedem Fall bereits das Motto, das im nächsten Jahr lautet: „Eisprung“.