Gleitschirmfliegen: Die Welt von oben sehen

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Was wir bereits wissen
Die Moerserin Britta Breitenstein ist Gleitschirmfliegerin aus Leidenschaft. Am Niederrhein startet sie von der Halde Norddeutschland.

Moers/Neukirchen-Vluyn..  Britta Breitenstein hält sich gerne in luftigen Höhen auf. Die Moerserin ist Gleitschirmfliegerin aus Leidenschaft. Beim Verein Gleitzeit, der an der Halde Norddeutschland beheimatet ist, machte die 38-Jährige ihre Fliegerausbildung, nachdem sie im Allgäu-Urlaub fasziniert von den Fliegern gewesen war.

„Ich habe das vor vielen Jahren dort mit meinen Eltern beobachtet und gesagt: Das will ich machen“, erzählt Breitenstein, die mit ihrem Mann in Moers lebt. An der Halde absolvierte sie die Ausbildung, die mit einem Test abgeschlossen wird. „Eigentlich kann die jeder, der körperlich fit ist, bestehen“, sagt sie. Die Ausrüstung für die Flüge kann man leihen, die meisten kaufen sich aber irgendwann ihre eigene. „Gleitschirm, Gurtzeug, Helm und Flugelektronik benötigt man“, erklärt Breitenstein. Seit dem letzten Jahr fliegt Breitenstein motorisiert. „So ist man nicht mehr auf die Thermik angewiesen und kann fliegen, bis der Tank leer ist. Ansonsten ist man nach einem Start von der Halde relativ schnell wieder auf dem Boden.“

Im Herbst war sie im Rahmen der WDR-Reihe „NRW von oben“ zu sehen, wo sie den Zuschauern zeigte, wie schön unsere Heimat aus der Luft aussieht. „Der Ausblick über das Ruhrgebiet im Sonnenuntergang ist wahnsinnig toll“, schwärmt sie. „Das sind rauchende Schornsteine, aber auch ganz viel Grünfläche.“ Mittlerweile kennt Breitenstein aber nicht nur die nähere Umgebung aus der Luft, sondern plant auch die meisten Urlaube so, dass viele Sportmöglichkeiten vorhanden sind. „In den Alpen über die Gipfel zu fliegen ist unbeschreiblich, genauso schön ist es aber auch über dem Harz oder im Sauerland“, erzählt Breitenstein, die bei einer Bank in Mönchengladbach arbeitet. Dabei dürfen die Gleitschirmflieger übrigens nur über den Wolken fliegen, wenn sie den Boden trotzdem noch sehen können. Wenn das Ehepaar einmal nicht in der Luft schwebt, machen sie im Urlaub gerne lange Radtouren oder gehen segeln.

Respekt vor der Natur gehört dazu

Ein bisschen Mut und Respekt vor der Natur gehört beim Gleitschirmfliegen dazu. „Wie bei jeder anderen Sportart kann auch beim Gleitschirmfliegen etwas schief gehen“, erklärt sie. „Unfälle passieren meistens, wenn man nicht genau aufpasst oder Wind und Wetter falsch einschätzt.“ Vor einigen Jahren musste sie das in den Dolomiten erleben. „Das war ich selbst schuld und es ist alles noch mal gut gegangen“, sagt sie. Gemeinsam mit ihrem Mann macht sie regelmäßige Sicherheitstrainings.

Der Verein Gleitzeit, bei dem Breitenstein seit 2006 Mitglied ist, existiert seit Ende 2004 und hat mittlerweile etwas über 50 Mitglieder, die Gleitschirm oder Drachenfliegen betreiben. Weitere sind herzlich willkommen. „Bei uns ist immer was los, Fliegerstammtische, gemeinsame Fliegerausfahrten, Weiterbildungen und vieles mehr“, erzählt sie. Auf dem vereinseigenen Schleppgelände an der Halde Norddeutschland können bei allen Windrichtungen Schleppstarts durchgeführt werden.