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Varieté

Glamour, Show und Drama, Baby!

10.02.2012 | 16:56 Uhr
Glamour, Show und Drama, Baby!

Neukirchen-Vluyn.   „Schwarz-weiß war gestern, jetzt wird’s bunt!“ Das Julius-Stursberg-Gymnasium glänzte mit einem Fernseh-Varieté.

Einen grellbunten TV-Abend ganz ohne Fernsehapparat servierten Schüler am Donnerstag und Freitag im Julius-Stursberg-Gymnasium. Mit jeweils 450 Zuschauern an zwei Abenden war die Show wieder einmal komplett ausverkauft.

Unter dem Motto „Schwarzweiß war gestern, jetzt wird’s bunt!“ flimmerten Streiflichter unserer Medienwelt und eine kleine Leistungsschau der Schule über die Bühne.

Zum Anfang sang Carolina Busch aus der sechsten Klasse Katie Perry’s „Fireworks“. Da war noch ganz viel Aufregung drin, aber sie hat die Nummer sauber vorgetragen. Fast schon professionell unaufgeregt folgte „Sweet home Alabama“ vom Unterstufenchor mit Bandbegleitung. Weiter ging’s mit coolem Video-Dancing, Akrobatik von der Varieté-AG, einer gefühlvollen Acoustic-Version von Jessie J’s „Price Tag“ und vielen weiteren Darbietungen. Über 20 Moderatoren in phantasievoller Kostümierung machten die Ansagen, ob als Bruce Darnell, die Simpsons, oder Dumbledore.

Die Videos beschäftigten sich mit der TV-Realität. Da wurde – nah an der tumben Realität – ein RTL-„Frauentausch“ nachgedreht. Dann suchten Bauern eine Frau. Einer hatte aber wohl die Regeln nicht kapiert, der andere wollte für seine Liebste, an Tierhaarallergie leidend, die Ferkelzucht nicht aufgeben.

Gewollt verstörendes Kontrastprogramm zwischendurch: Popcorn, Sofa und Livebilder vom automatischen Krieg der Predator-Drohnen. Ein TV-Ereignis wie ein Fußballspiel: „Schieß doch endlich...“

Leute, auf die man sich verlassen kann

Viele Lehrer haben gern bei den Werbe-Einspielern ihren Namen hergegeben. So gab es Werbung für „Walphaar“-Shampoo, den Spot „Lieber Annette statt Zigarette!“ oder endlich ein Mittel gegen „Sothbrennen“. Und die Frage: „Wissen macht Äh! - Stimmt das?“ Vertrauenslehrer Ernst Wissen versichert: „Nein, das ist keine üble Angewohnheit von mir.“ Den Varieté-Abend findet er „eine schöne Sache!“ Das Engagement ist gewaltig. 171 Schüler in den Aufführungen, 50 als wieselflinke Bühnenarbeiter, außerdem Catering, Sicherheit, Parkplatzeinweisung. „Man braucht Leute, auf die man sich verlassen kann“, weiß Greta Wege vom 42-köpfigen Organisationsteam. „Das ist aber ganz schön geworden“, ist sie, die Show kommt gut an.

„Die Leute haben schon zwei Stunden vorher an der Abendkasse angestanden“, erklärt Teamkollegin Isabelle Beschorner. Sie war fast ein Jahr lang unterwegs mit dem Videoteam, koordiniert jetzt hinter der Bühne die vielen Auftretenden, die in ausgeklügelten Warteschleifen geparkt werden müssen.

Zum ersten Mal „nur“ Zuschauer ist Siegfried Reimers, bis 2011 Schulleiter des Gymnasiums: „Ein bisschen Wehmut ist natürlich schon dabei.“ Lehrerin Renate Frisch ist Koordinatorin des ganzen Spektakels: „Auf der Bühne, das ist die Kür. Sobald die Show gelaufen ist, geht die Organisation für die neue Show los.“

Holger Müller

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