Geringere Müllgebühren für Singles in Moers

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Was wir bereits wissen
Wer weniger Müll produziert, soll auch weniger zahlen. Künftig Mindestmengen für Betriebe. Enni-Verwaltungsrat berät am Montag.

Moers..  Eine „verursachergerechte Gebührenerhebung“ bei der Abfallentsorgung, so steht es in einer Sitzungsvorlage für die Enni-Verwaltungsratssitzung am nächsten Montag zu lesen, habe das Bündnis für Moers, bestehend aus SPD, Grünen und Grafschaftern, im September letzten Jahres beantragt. Die Pläne der Enni zur Umstrukturierung der Müllgebühren liegen nun vor: Für Singles und Paare, Kleinsthaushalte genannt, soll’s billiger werden, für manche Firmen hingegen teurer.

Bislang wird jeder Haushalt in Moers gezwungen, für elf Leerungen einer 60 Liter-Tonne zu zahlen, egal ob sich nun Müll in der Tonne befindet oder nicht. Dies ist in der Tat nicht das, was sich der müllvermeidende und damit dem ökologischen Gedanken zugewandte Bürger als Belohnung für seine politisch korrekte Handlungsweise vorstellt: Je weniger Müll er produziert, umso mehr wird er bestraft. Das soll sich alsbald ändern.

Mindestleerungen werden reduziert

Nun gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder gibt’s kleinere Tonnen, oder die zu bezahlenden Mindestleerungen werden reduziert. Letztere Variante fand die Zustimmung und soll umgesetzt werden. Da zu erwarten steht, dass die Moerser Kleinsthaushalte von dieser Regelung regen Gebrauch machen werden, stellt sich die Frage, wie die fehlenden Einnahmen ausgeglichen werden können.

Hier kommt nun die Gewerbeabfallverordnung ins Spiel. In dieser sind derzeit keine Vorgaben für Mindestmengen oder „Einwohnergleichwerten“ enthalten. Übersetzt heißt das: Ein Betrieb mit 20 Mitarbeitern bestellt nur die kleinste „Alibi-Tonne“, ist so einem Kleinsthaushalt gleich gestellt, oder er bestellt lieber gar keine und zahlt somit nichts. Und genau damit soll jetzt Schluss sein.

Unterm Strich bleibt was übrig

Mit der Einführung der „Einwohnergleichwerte“ für Betriebe – mit anderen Worten: wer Müll macht soll auch zahlen – werde ein Beitrag zur Gebührengerechtigkeit geleistet, heißt es in der Vorlage.

Dabei soll indes nicht aus dem Augen verloren werden, dass Einnahmeverluste bei Kleinsthaushalten durch Mehreinnahmen bei Betrieben „überkompensiert“ werden. Es bleibt also sogar was übrig, was zur Senkung der allgemeinen Müllgebühren führen könnte.