„Gemeinde würde ein Eigentor schießen“
10.11.2010 | 18:21 Uhr 2010-11-10T18:21:00+0100
Rheurdt.Der Kreis Kleve soll künftig komplett für die Finanzierung der Jugendarbeit in Rheurdt aufkommen. Das schlägt zumindest die Gemeindeverwaltung in ihrem Sparkonzept vor. Awo-Vertreter halten das für falsch.
Dass die Gemeinde mit diesem Plan ein klassisches Eigentor schießen könnte, das sagen jetzt Viktor Kämmerer als Geschäftsführer der Kreis-Awo und der langjährige Rheurdter SPD-Politiker Albert Holzhauer, auch zweiter Vorsitzender der Awo im Kreis und im Bezirk Niederrhein. Die Awo unterhält das Jugendzentrum Awo-Bahnhof seit 1987 und sorgt auch für eine Streetworkerin im Dorf.
Merkwürdige Behauptungen machten sich breit im Zusammenhang mit dem Sparkonzept. „So hieß es früher, es kämen zu wenig Hauptschüler in unsere Jugendeinrichtungen. Jetzt haben wir einen 80-prozentigen Anteil – und das soll plötzlich zu viel sein.“ – Holzhauer: „Wobei man bedenken muss, dass beispielsweise Gymnasiasten oftmals über mehr Geld verfügen und damit auch ein anderes Freizeitverhalten zeigen.“
Jugendarbeit erreicht 200 Jugendliche
Außerdem habe man seit Jahresbeginn in der Jugendeinrichtung das Angebot komplett und zeitgemäß umgestellt. Seither gebe es wieder steigende Besucherzahlen. „Täglich kommen in Rheurdt und in Schaephuysen etwa zehn bis 15 Kinder und Jugendliche in die Einrichtungen. Wenn man die Rock-Nacht, Ausflüge und alle anderen Angebote mitrechnet, erreichen auch wir mit unserer Jugendarbeit rund 200 Jugendliche.“ Die Zahlen des Awo-Bahnhofes etwa gegen die 200 Mitglieder der Pfadfinder Rheurdt auszuspielen, sei falsch und tue dem Awo-Bahnhof unrecht.
Außerdem seien die Kosten für die Rheurdter Jugendarbeit kreisweit die geringsten. „Wir sind mit unseren beiden Studenten der Universität Nimwegen preiswerter und aktueller, was wissenschaftliche Erkenntnisse angeht.“
Statt sparen hieße es zuzahlen
Holzhauer über die Sinnhaftigkeit des Sparvorschlags: „Derzeit zahlt Rheurdt von den 95 000 Euro Jugendarbeitskosten jährlich 46 500 Euro.“ Der Kreis leistet 39 000 Euro. „Wenn der Kreis den Rheurdter Beitrag mit übernähme, würden naturgemäß auch alle anderen elf betreuten Kommunen diese Leistung vom Kreis fordern.“ Dies führe zu einer deutlich höheren Zahlung in die Jugendamtsumlage. „Errechnet wurde, dass Rheurdt dann eine um 92 000 Euro teurere Jugendamtsumlage zahlen müsste.“
Dass seitens der FDP bekundet wurde, man sähe in der Rolle des Streetworkers lieber einen Mann als die derzeitige Studentin Tanja Jendraschek, sei seitens der Awo nicht nachvollziehbar. „Es wäre fatal, wenn man das zarte Pflänzchen gleich wieder zunichte machte“, so Holzhauer.
Der Vertrag zwischen Kreis-Awo und Gemeinde kann erst zum Jahresende 2011 gekündigt werden.
10:56
Da ich kein Freund der AWO bin, wäre es mir egal wer das Zentrum betreibt. Es kann ja auch ein anderer machen, wenn man mit der inhaltlichen Ausrichtung des Hauses aus fachlichen Gründen nicht einverstanden ist. Und wenn man glaubt, dass man alle Jugendgruppen in eine Einrichtung bekommt, wie zum Beipsiel hier gesagt worden ist, zu wenig Gymnasiasten die Einrichtung besuchen, dann ist man auf dem Holzweg!
Aber ich die beschriebene Diskussion und Aussagen der Politik gehen an jeder Fachlichkeit vorbei. Und übrigens, in Moers, geben die für eine Jugendeinrichtung mehr Geld aus als die Jugenarbeit in ganz Rheurdt kostet.
09:56
Die AWO muss das - schon aufgrund ihrer Gesinnung - für falsch halten. Im CDU gefürhten Kreis Kleve hat die AWO nämlich keinen Einfluss. Außerdem würden der AWO die liebgewordenen Zuschüsse gestrichen getrichen werden mit denen sie so schön viel Dinge Quersubventionieren oder ihre eigenen Kosten senken kann.
09:34
Da merkt man wieder das Politik insbersondere die FDP keine Ahnung von Jugendarbeit haben. Offene Jugendeinrichtungen werden immer von bestimmten Zielgruppen besucht. Die größte Zielgruppe sind Jugendliche die Augrund der finanziellen Möglichkeiten der Eltern, nicht so einfach die Möglichkeit haben aus dem Quatier zu kommen oder andere Hobbys nachzugehen.
Aufgrund dessen wird eine Diskussion über Besucherzahlen nie der Aufgabe eines Jugendzentrums gerecht. Die Tätigkeiten werden intern evaluiert und es gibt auch eine aufsuchende Arbeit. Diese Aufstellung ist vorbildlich!
Eine Hinweis an die FDP, sie sind diskiminierend und sollten sich eigentlich als politische Verantwortliche schämen! Wieso sollte die junge Frau das nicht können? Warum wollen Sie einen Mann als Streetworker haben? Wo leben wir, in welchem jahre leben wir, dass eine politische Partei sowas noch öffentlich fordern darf?
Und noch ein Hinweis zu der politischen Arbeit: Die Politik hat Ziele zu beschreiben wie die Jugendarbeit aussehen soll, aber sie hat sich in internen Personalia nieeeee einzumischen.
Aber wenn man wohl keine Ziele hat, muss man sich wohl dort einmischen, wo man nichts zu suchen hat.
Und ein kleiner Hinweis: Vor einer Kündigung kann ich nur warnen, die Folgekosten durch HZE oder andere werden um ein vielfaches höher sein.