Geld auf den Tisch
28.11.2009 | 10:00 Uhr 2009-11-28T10:00:00+0100Die Debatte ist in vollem Gange. Die einen sprechen von undemokratischem Ämter-Schach der Ampelkooperation, die anderen von einer Neiddebatte. Zu den einen gehört die CDU, die nach der Nominierung der Herren Reimann (SPD) und Laakmann (FDP) für den Sparkassenverwaltungsrat „Pöstchengeilheit” witter
Zu den anderen zählt Laakmann, neuerdings auch dritter stellvertretender Bürgermeister, der um Sachlichkeit bittet. „Wir sind nunmal drittstärkste Fraktion geworden.” Die NRZ versucht, dem Wahlvolk die Gremienposten und Bezüge aller Fraktionsvorsitzenden zu präsentieren. Nicht ganz vollständig, was der – sagen wir – mehr oder minder starken Zurückhaltung einiger Betroffenen geschuldet ist.
Karl-Heinz Reimann (SPD) sitzt im Verwaltungsrat der Servicebetriebe, Aufsichtsrat der Enni, der Stadtwerke Dinslaken und der Fernwärmeversorgung Niederrhein. Hinzu kommt ein Sitz in der Verbandsversammlung des Sparkassenzweckverbandes des Kreises Wesel sowie ein Verwaltungsratssitz und je ein Sitz im Risiko- und Bilanzprüfungssausschuss.
Als Fraktionsvorsitzender erhält er monatlich 1026 Euro, zuzüglich pauschal 252,50 Euro, zuzüglich 17,30 Euro je Sitzung, macht monatlich etwas über 43 Euro, insgesamt rund 1320 Euro. Als Aufsichsrat der Enni erhält der SPD-Fraktionsvorsitzende eine jährliche Pauschale von 750 Euro zuzüglich 100 Euro für jede der vier Sitzungen, das sind umgerechnet 96 Euro im Monat.
Stadtwerke Dinslaken
verweigern die Auskunft
Stadtwerke Dinslaken und Fernwärme Niederrhein weigern sich, Bezüge ihres Aufsichtsrats zu nennen. Ebenso gibt die Sparkasse am Niederrhein aus Gründen des Bankgeheimnisses keine Zahlen heraus; die Empfehlung des Zweckverbandes liegt bei 320 Euro je Sitzung. Mindestens vier Sitzungen im Jahr macht 100 Euro im Monat. Das sind mindestens 1750 Euro im Monat – hinzu kommen Einkünfte aus den Aufsichtsratsposten der Stadtwerke Dinslaken, der Fernwärme Niederrhein und dem Verwaltungsrat der Sparkasse. Ein Drittel von allem geht aber an die Partei.
Klaus Rudatsch (CDU) erhält monatlich 1026 Euro plus 252,50 Euro plus Sitzungsgeld, zusammen etwa 1320 Euro. Für Verdienstausfall: 25 Euro pro Stunde. Rudatsch ist Mitglied im Verwaltunsgrat der Servicebetriebe, im Aufsichsrat der Enni und der Biokraftgesellschaft Moers/Dinslaken, sowie im Verwaltungsrat der Sparkasse und dort auch im Risiko- und im Bilanzprüfungsausschuss zu den üblichen Konditionen.
Otto Laakmann (FDP), der in einem Jahr den Fraktionsvorsitz an Dino Maas abgibt: 684 Euro plus 252,50 Euro plus 17,30 Euro je Sitzung, monatlich etwa 26 Euro. Geld bringt ein Verwaltungsratssitz bei den Servicebetrieben und ein Aufsichtsratssitz bei der Enni. Zudem wurde Laakmann zum stellvertretenden Verwaltungsratsvorsitzenden der Sparkasse gewählt und ist Mitglied in der Zweckverbandsversammlung der Sparkasse. Alles zusammen mindestens 1100 Euro im Monat.
Christopher Schmidtke (Grüne) erhält ebenfalls 684 Euro zuzüglich 252,50 Euro Pauschale und Sitzungsgeld. Er hat einen Sitz im Aufsichtsrat der Wohnungsbau; alles in allem vielleicht 1000 Euro monatlich, aber ein Drittel geht als Spende an seine Partei.
Gabriele Kaenders (Die Linke) erhält wie ihre Kollegen 684 Euro plus 252,50 Euro plus 17,30 Euro je Sitzung; je Sitzung des Verwaltungsrat der Servicebetriebe 100 Euro. Laut Parteisatzung führt sie die Hälfte ihrer Einkünfte aus dem Mandat an die Partei ab.
Claus Peter Küster (FBG) ist ein vorbildliches Beispiel für Transparenz. Er macht seit langem Einkünfte aus politischer Arbeit auf seiner Homepage öffentlich: 684 Euro plus 252,50 Euro plus 17,30 pro Sitzung. Aufsichtsrat der Servicebetriebe: 100 Euro je Sitzung, Sparkassenzweckverband 320 Euro je Sitzung.
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