Geigen ist geil!
14.09.2010 | 16:34 Uhr 2010-09-14T16:34:00+0200
Kamp-Lintfort.Im Musikraum werden Geigen gestimmt, im Klassenzimmer daneben die ersten Gitarrensaiten angeschlagen, im übernächsten spielt Drittklässlerin Michelle ein Stück auf der Querflöte. Dass sie Gewinner-Kinder sind, wissen noch längst nicht alle.
„JeKi-Schule 2010“ - mit diesem Titel darf sich seit gestern die Ernst-Reuter-Schule in Kamp-Lintfort schmücken. 541 Grundschulen aus dem gesamten Ruhrgebiet hatten sich an dem Wettbewerb der Stiftung „Jedem Kind ein Instrument“ beteiligt, der erste Preis ging in die Zechenstadt.
„Ich habe mich sehr gefreut - war aber auch ein bisschen überrascht“, sagt Schulleiterin Christine Buyken, die bereits kurz vor den Sommerferien von der Auszeichnung erfahren hatte. Wie die Kamp-Lintforter die Jury überzeugten? „Die Ernst-Reuter-Schule integriert JeKi vorbildlich in den Schulalltag“, so sagt es Lena Geisen von der Stiftung. „Dort ist JeKi Teil des Schullebens geworden, hier lernen bereits die Kleinen von den Großen.“
Schulchor und
Musicalprojekte
Anders formuliert: hier liegt Musik in der Luft - und das nicht erst seitdem vor vier Jahren das Projekt „Jedem Kind ein Instrument“ - kurz JeKi - ruhrgebietsweit in die Klassenzimmer der Grundschulen einzog. An der Ernst-Reuter-Schule hatten Schüler bereits vor acht Jahren schon die Möglichkeit, ein Instrument zu lernen, auch damals in enger Kooperation mit der Musikschule.
„Geigen ist geil“ prangt neben anderen coolen Sprüchen rund um Musik an den Wänden der Schule, Fotocollagen zeugen von den zahlreichen Projekten: Schulchor, Musical- und Theateraufführungen und - bislang der Höhepunkt - das Familienkonzert mit den Ernst-Reuter-JeKi-Kids beim letzten Kindermusikfestival Kloster Kamp.
„Das ist das Leben, das diese Schule durchzieht“, sagt Christine Buyken, selbst Musiklehrerin. 220 der 300 Schüler sitzen aktiv mit im JeKi-Boot. Dass die Organisation des Projektes enorm zeitaufwändig ist und von Lehrern wie Eltern großes Engagement verlangt, nimmt sie mit ihrem Kollegium wie viele andere Grundschulen auch, in Kauf. „Musik liegt mir am Herzen - da investiert man auch viel.“
Wenn im nächsten Jahr dieersten Je-Ki-Kids zur weiterführenden Schule gehen, hofft sie auf Nachhaltigkeit. „Eigentlich darf dann kein Bruch sein“, so Buyken. JeKi sei ein Anfang, Freude an der Musik zu entwickeln und Kinder stark zu machen.
Gewonnen hat die Schule nicht nur einen Titel: Am 27. September, um 13.30 Uhr, verleiht NRW-Kulturministerin Ute Schäfer in der Kreuzkirche den Preis. Musik gibt es selbstverständlich auch - ein interaktives Mitmachkonzert der JeKi-Kids mit der preisgekrönten Weltmusik-Gruppe Karibuni.
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