Gegensätzliches beim Mühlentag in Moers

Foto: Christoph Karl Banski
Was wir bereits wissen
In der Aumühle wird drinnen gern gebacken – das freut die Menschen. Es gibt aber Kritik an der Gestaltung draußen. Die Gestaltung des Mühlenstaubeckens findet nicht viel Anklang.

Moers..  „Es klappert die Mühle am rauschenden Bach…“ So beginnt ein altes Kinderlied, in dem eine Wassermühle sowie das Müller- und Bäckerhandwerk besungen werden. Die Aumühle an der Venloer Straße klappert allerdings schon über 200 Jahre nicht mehr. 1799 wurde die in den Jahren 1608/9 erbaute Mühle durch ein Hochwasser zerstört. Danach wurde sie zwar wieder aufgebaut, aber nie mehr in Betrieb genommen.

1907 ging sie in den Besitz der Stadt Moers über und wurde unter Denkmalschutz gestellt. Heute ist sie die einzige noch existierende Mühle im Stadtgebiet, von denen es dort ehedem etliche gab. In den 1960er Jahren drehte sich noch das Mühlrad. Dies aber aus rein optischen Gründen. Das historische Mahlwerk hatten längst die Holzwürmer und der Zahn der Zeit zernagt. Nach dem Tod von Gerda Obertreis, die in der Mühle ihr Töpferatelier betrieb, im Jahr 2005, erwarb der SCI Moers die Mühle und restaurierte sie mit Hilfe von Fördergeldern diverser Stiftungen.

Veganes Backen

Seit Ende 2011 ist sie einschließlich neuen Mühlrads fertiggestellt. Dieses wird sich bald – zumindest zeitweise – sogar wieder drehen. Nach naturnaher und barrierefreier Umgestaltung von Moersbach und Mühlenteich durch die LINNEG steht dafür wieder genügend Wasser zur Verfügung. Wobei die derzeitige Gestaltung des Mühlenstaubeckens mit seiner dicken Betonmauer jedoch nicht viel Anklang findet: „Das passt überhaupt nicht zusammen. Die Mauer ist einfach grundhässlich“, kritisiert Angelika Küpperbusch, die sich im Auftrag des SCI ehrenamtlich um die Mühle kümmert. „Da die Renaturierung des Mühlbachs eigentlich gut gelungen ist, hätte man sich für den Mühlenteich eine bessere Lösung gewünscht“, bedauern auch Karin und Klaus Schatz aus Moers, die ihr Pfingstspaziergang zur Mühle führte.

Ob die von der LINNEG geplante Seerosenvegetation und der Röhrichtgürtel im Randbereich daran viel ändern werden, bleibt abzuwarten. Mehl wird es aus der Aumühle jedenfalls keins mehr geben: „Dafür wäre einfach der logistische Aufwand zu groß“, erklärt „Müllerin“ Küpperbusch.

Dafür wird schon seit einiger Zeit „Backen“ groß geschrieben. An jedem zweiten Donnerstag und Freitag im Monat bieten die Bäckermeister Peter Winkel, Gerrit Scheidt und Roman Höckele abwechselnd Backkurse an. „Veganes Backen“ ist derzeit besonders „in“. Außerdem kann man an bestimmten Backtagen traditionelles Brot und Kuchen aus dem Holzbackofen genießen. So wie am Sonntag: Anlässlich des Deutschen Mühlentags hatte auch die Aumühle ihre Pforten für das Publikum geöffnet. Der von Roman Höckele („Ich stehe hier seit halb vier Uhr am Ofen“) gebackene Rheinische Apfel- und Rhabarberkuchen, der Butterzopf und das Bauernbrot fanden reißenden Absatz. Und wem danach der Sinn nach geistiger Kost stand, der wurde im angrenzenden Bücherflohmarkt sicher fündig.