Gegen Vergessen – für Demokratie

Moers..  Der Festakt zum 20-jährigen Bestehen des Vereins „Erinnern für die Zukunft“ am Montagabend im Martinstift hatte auch eine sehr persönliche Note.

Volodja Maljutin, der für den Verein dolmetscht und beim Festakt mit großem Applaus empfangen wurde, berichtete aus seiner ukrainischen Heimat. Maljutin selbst lebt in Kiew, seine Eltern in Donezk. Dort liefern sich russische Separatisten und die ukrainische Armee seit einem Jahr einen erbitterten Kampf.

„Meine Eltern habe ich seit einem Jahr nicht mehr gesehen“, berichtete Maljutin. Schweigen herrschte im Saal, als Volodja Maljutin von einem Telefonat mit seiner Mutter berichtete: „Sie rief an, um sich von mir zu verabschieden, im Hintergrund war Gewehrfeuer zu hören.“

Zum Glück haben seine Eltern diese bedrohliche Situation überlebt, für Maljutin ist jedoch nichts mehr so, wie es einmal war: „Der Begriff Krieg gehörte für mich zur Vergangenheit, jetzt gehört er zu meinem Leben.“

Beim Festakt am Montagabend erinnerte Siegmund Ehrmann (SPD) an die Anfänge des Vereins „Erinnern für die Zukunft“. Der Vorsitzende des Bundestagsausschusses für Kultur und Medien sagte: „Die Gründung des Vereins 1995, fast 50 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges, war mehr als notwendig.“

Aus heutiger Sicht, so Ehrmann, könne er sich durchaus einen anderen Vereinsnamen vorstellen: „Gegen Vergessen – für Demokratie“. Unter dem Motto könne auch das künftige Angebot im alten Landratsamt (Weißes Haus) stehen.