Gegen die Pläne des Kreises
14.10.2011 | 18:27 Uhr 2011-10-14T18:27:00+0200
Rheurdt.Der Landschaftsschutz des Kreises Kleve rückt dem Ökodorf dicht auf die Pelle. Wenn die Gemeinde nicht Veto einlegt, wird es künftig kaum noch Bauflächen geben. Das war eines der Themen, mit denen sich der Fachausschuss der Gemeinde jetzt zu befassen hatte.
Um Fristen einzuhalten, habe die Gemeinde bereits entsprechend gehandelt, so Udo Hövelmans. Denn es gebe Baugebiete im Flächennutzungsplan, die künftig vom Landschaftsschutz belegt werden sollen. Wie beispielsweise an der Grenze zum Kirchwinkel in Schaephuysen, wo man schon Land zur Erweiterung der Siedlung gekauft habe und sogar ein Bebauungsplan gültig sei. Oder Bereiche westlich des Reiherwegs und nördlich der Schwalbenstraße.
Ohnehin umklammere der Landschaftsschutz die Gemeinde schon „hautnah“ an der westlichen Grenze. Was geplante neue Naturschutzgebiete angehe, so Bürgermeister Klaus Kleinenkuhnen, müsse man auch an die Landwirte denken, die in diesen Bereichen lebten. Betriebliche Neubauten würden unmöglich, Landwirtschaft unterliege dadurch scharfen Regeln.
Elke Währisch-Große (Grüne) bemerkte, der Landschaftsschutz-Plan des Kreises sei längst überfällig und daher zu begrüßen.
Ein neues
Regenrückhaltebecken
Dem entgegnet Klaus Kleinenkuhnen gestern auf Anfrage: „Wir haben dem Kreis unsere Bedenken gemeldet, weil gerade wir kleinen Kommunen unter dem demografischen Wandel leiden. Die Dörfer drohen zu vergreisen. Für uns haben Neubaugebiete existenzielle Bedeutung.“
Um die Kanäle in Schaephuysen bei Regengüssen zu entlasten, wird im nächsten Jahr ein weiteres Regenrückhaltebecken oberhalb der Grundschule entstehen. Dazu referierte ein Fachmann. Danach wird das Wasser von der Höhe in einem Graben entlang der Durchgangsstraße geleitet, von dort in das zwei Meter tiefe Becken. Es wird zum Schutz vor Unfällen 1,8 Meter hoch eingezäunt. Kosten: 400 000 Euro.
Das Thema Windräder beschäftigte die Politiker zudem. Ein konkreter Antrag an die Gemeinde, ein weiteres Rad zu bauen, wurde bereits abschlägig beschieden. Denn es handelt sich nicht um eine vom Rat beschlossene Vorrangfläche für Windräder. Der Vorgang liegt zur Entscheidung beim Kreis Kleve. Grundsätzlich, so Kleinenkuhnen, müssten Rat und Verwaltung sich demnächst wieder mit Windkraftanlagen beschäftigen. Inzwischen dürften diese Anlagen 200 Meter hoch sein und selbst in Landschaftsschutzgebieten gebaut werden.
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