Gefängnisbesuch einmal anders
23.11.2008 | 17:48 Uhr 2008-11-23T17:48:00+0100
Ein Weihnachtsbasar im ehemaligen Moerser Hafthaus bot den Besuchern einen Blick hinter die Kulissen und Gelegenheit zum Weihnachtseinkauf. Holzschnitzereien wurden von der Arbeitstherapie-Gruppe selbst hergestellt.
Zum dritten Mal fand am gestrigen Sonntag im Hafthaus auf der Haagstraße in Moers der Weihnachtsbasar statt. Verkauft wurden Weihnachtsdekorationen und andere Gegenstände aus Holz, die von den Kräften der Arbeitstherapie-Gruppe zuvor selbst produziert wurden. Der Besucherandrang war wie im Vorjahr wieder groß.
Da bietet das ehemalige Hafthaus mit seinen engen Gängen zwar nicht die optimale Lokalität. Viele Gäste nutzten die Gelegenheit aber gleich, um auch einen Blick hinter die einstigen Gefängnismauern zu werfen und gewannen interessante Einblicke. So gab es neben dem Einkauf einen weiteren Grund, zu kommen.
Um allen Kundenwünschen nachkommen zu können, war daher im Vorfeld eine langwierige Produktion notwendig. Seit Sommer arbeiteten die Häftlinge und fertigten ein Holzwerk nach dem anderen an. „Das kostet natürlich einige Überwindung, bei sommerlichen Temperaturen Weihnachtsschnitzereien zu machen”, bemerkt Elke Krüger, Leiterin der JVA Kapellen.
Letztlich wurde aber genügend hergestellt, um für alle Verkaufstermine gewappnet zu sein. Die Tischgedecke, Krippenspiele und Holzspielzeuge werden nämlich nicht auf dem Weihnachtsbasar in der Haftanstalt, sondern auch an Ständen auf Weihnachtsmärkten in der Umgebung an den Mann gebracht.
Das eingenommene Geld geht komplett an die Arbeitstherapie-Gruppe zurück und wird für den Kauf von Materialien und Werkzeugen genutzt. Elke Krüger freut sich, dass sich der Kreis hier wieder schließt: „Es ist gut, dass ein Teil der Kosten auf diesem Weg direkt wieder reingeholt wird.”
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