Früher war mehr Park ...

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Was wir bereits wissen
... aber die Nachbesserungen auf dem Händlermarkt kamen bei vielen Besuchern und Händlern zumeist positiv an.

Moers..  Zumindest Eismann Abdu Medaissi bleibt cool: „Vielleicht müssen wir einfach noch zehn Jahre dran arbeiten, dann wird alles gut.“ Seit 34 Jahren verkauft der 63-Jährige auf dem Händlermarkt des Moers Festivals sein Softeis, für viele Besucher gehört er fast schon zum Inventar. Im Vergleich zum letzten Jahr sei die Situation auf jeden Fall besser, sagt Medaissi – „allein die Anordnung der Stände“. Aber: „Die Leute sagen, die Atmosphäre ist nicht mehr so schön.“

Früher im Park war es besser – darin sind sich Händler wie Besucher im Großen und Ganzen nach wie vor völlig einig. Aber die ersten Nachbesserungen auf dem Gelände vor der Halle wurden von vielen Besuchern durchaus gewürdigt: „Wir sind mit dem Angebot zufrieden“, sagen etwa Dagmar (50) aus Moers und Christel (53) und Christina (52) aus Kamp-Lintfort, die sich zum Sonntagsbummel über den Markt verabredet hatten. Nur die Parkplatzsituation sei „ein Drama“, hier würde sich ein Busshuttle vom Mühlenparkplatz anbieten.

Das neue Konzept, an den Trend der Streetfood-Messen anzuknüpfen, schien ebenfalls anzukommen. „Die Resonanz war positiv“, sagt Torsten Finke vom Moerser „Food Truck“, der erst seit zwei Monaten überhaupt in der Region unterwegs ist und damit auch erstmals auf dem Moers Festival seine besonderen Burger mit frischen Produkten aus der Region anbot.

Jörg Stiebritz verkauft unter anderem Hüte und ist seit 2010 mit dabei. Die neue Platzaufteilung sei super, sagt er, aber vielleicht brauche „das Ganze jetzt erst Mal Zeit“. Räucherstäbchen, Sandalen, bunte Klamotten: Angelika Beutler aus Hannover verkauft seit „ungefähr 30 Jahren“ auf dem Festival. „Früher war das das schönste Festival überhaupt. Die Besucher scheinen aber immer noch ein bisschen gekränkt, dass das jetzt anders ist.“

Marktleiter Norbert Knabben zeigte sich am Sonntag vorsichtig zufrieden: Er habe von den Händlern zumeist positive Rückmeldung bekommen – vor allem von der neuen, großzügigeren Platzgestaltung. Was die Umsätze angehe, gebe es unterschiedliche Erfahrungswerte. Jörg Ohliger, der seit fünf Jahren Cocktails auf dem Festival anbietet, war definitiv nicht zufrieden. „Drei Cocktailstände sind ein bisschen viel“, kritisierte er.

Diskutiert wurde auch auf unserer Facebookseite: „Da hat jeder Trödelmarkt bei real oder Ikea mehr Flair zu bieten“ schreibt Patrick Leyers. Frank Strohner meint: „Ein Parkplatz bietet nun mal nicht die Atmosphäre eines Parks.“ Melanie Kovac sieht das anders: „Ich fand es dieses Jahr gelungener. Auf den ganzen Müll der Vorjahre kann ich verzichten (...) Die Händler waren gut drauf und ich habe tolle Sachen gekauft.“