Förderpreis geht ans Grafschafter Gymnasium in Moers

Am Grafschafter Gymnasium informieren Schülerinnen und Schüler über ihre Umfrage zur religiösen Intoleranz.
Am Grafschafter Gymnasium informieren Schülerinnen und Schüler über ihre Umfrage zur religiösen Intoleranz.
Was wir bereits wissen
Schülerinnen und Schüler starteten europaweite Umfrage zu religiöser Intoleranz. Auslöser waren provokante Thesen.

Moers..  Schülerinnen und Schüler des Grafschafter Gymnasiums haben sich mit religiöser Intoleranz beschäftigt. Für ihre nicht repräsentative Umfrage in vier europäischen Ländern erhielten sie einen Förderpreis des NRW-Europaministeriums. Am Donnerstag wurden die Ergebnisse an der Schule vorgestellt. 80 Schülerinnen und Schüler der Philosophie-Kurse Stufen 11 und 12 und dem zweisprachigen Philosophiekurs und einem Projektkurs der Stufe 11 wollten wissen, wie es um religiöse Intoleranz bestellt ist.

Martha Nussbaums Buch

Auslöser war ein Buch der amerikanischen Autorin Martha Nussbaum aus dem Jahr 2012, in dem sie den Menschen in Europa eine solche religiöse Intoleranz vorwirft. Nach Darstellung der Gruppe ist eine der Thesen, die das Buch aufstellt: „Europas Geschichte ist seit Jahrhunderten von religiöser Intoleranz geprägt. Erstaunlicherweise denken die Europäer heute, diese Intoleranz sei mittlerweile ausgewandert.“

Die Gruppe entwickelte einen Fragebogen und ließ nicht nur die Schülerinnen und Schüler der eigenen Schule zu Wort kommen, sondern auch die der Partnerschulen in Belgien, Frankreich, Spanien und England. Bernd Klähn, der in diesem Projekt beratende Lehrer: „Die Schülerinnen und Schüler haben überaus selbstständig gearbeitet.“

In dem Fragebogen wird zum Beispiel gefragt: „Das Tragen einer Burka ist in Belgien, Frankreich und Holland untersagt. Halten Sie ein solches Verbot auch in anderen europäischen Ländern für angebracht?“ Ein andere Frage lautet: „Erwarten Europäer von Einwanderern kulturelle Anpassung?“ Ein Ergebnis, das am Donnerstag bei einer Pressekonferenz auch Mitschülerinnen und Mitschülern präsentiert wurde: „Viele Europäer sind offen für religiöse Regeln, wenn sie der Verfassung entsprechen.“ Eine andere Schülerin aus der Gruppe stellte fest: „Martha Nussbaums Sichtweise ist stark amerikanisch geprägt.“

Einseitig, aber hilfreich

Das Fazit der Umfrage formulierte eine Schülerin am Donnerstag so: „Das Buch von Martha Nussbaum ist einseitig, aber hilfreich, um sich mit der Frage nach der eigenen religiösen Intoleranz auseinanderzusetzen.“

Martha Nussbaums Buch mit den provokanten Thesen war einer Schülerin aufgefallen, wie Bernd Klähn berichtet. Während der Projekttage im Februar hatten sich dann die Schülerinnen und Schüler der Stufe zwölf mit dem Thema beschäftigt. Ein erste Version des Fragebogens wurde von den Schülerinnen und Schülern der Stufe 11 überarbeitet und übersetzt.