Flüchtlinge lernen deutsch

Moers..  „Guten Morgen! Ich heiße Rita Bruckhaus-Sachse.“ Mit diesen Worten begann für 14 Frauen und Männer, die in diesem oder letztem Jahr als Flüchtlinge nach Moers gekommen sind, am 1. Juni ihr erster Deutschunterricht.

Die Sätze vermitteln schon wichtiges kulturelles und grammatisches Wissen: Wie man sich in Deutschland begrüßt. Und die Grundregel: Das Verb gehört im Hauptsatz an die zweite Stelle. „Am Anfang scheint das Ziel, eine neue Sprache zu erlernen vielleicht unerreichbar“, weiß Sprachlehrerin Bruckhaus-Sachse, „aber dann sieht man doch recht schnell erste Lernerfolge.“

Am Ende des Monats werden sie sich in Alltagssituationen zurechtfinden können. Sie können dann nicht nur über das Wetter sprechen, sondern sich in Geschäften verständigen und sogar bei Ämtern erste Auskünfte einholen. „Es ist wichtig, dass sie die Sprache von Anfang an richtig lernen. Denn die Erfahrung zeigt, dass man nur ernst genommen wird und Chancen auf gute Arbeit oder ein Studium hat, wenn man auch sprachlich recht fit ist. Und was anfangs falsch gelernt wird, ist nur schwer wieder zu korrigieren“, erklärt die Germanistin, die seit 1989 Deutsch als Fremdsprache lehrt.

Die Kursteilnehmenden kommen aus Aserbaidschan, Syrien, Kosovo, Bosnien, der Mongolei. Dass sie sich sprachlich auf nahezu identischem Niveau bewegen, was konkret heißt, weitgehend am Anfang stehen, darauf hat die Flüchtlingsbetreuerin bei der Stadt Moers, Suada Redzovic, geachtet. Sie hat die Teilnehmenden an den Kurs des Neuen Ev. Forums Kirchenkreis Moers vermittelt.

„Das war eine prima Zusammenarbeit mit Stadt, Land und Grafschafter Diakonie gGmbH – Diakonisches Werk Kirchenkreis Moers“ freut sich Karin Menzel, Leiterin den Neuen Ev. Forums. Sie hat selbst in früheren Jahren Deutsch als Fremdsprache unterrichtet und weiß, wie wichtig professioneller Unterricht gerade in den ersten Monaten ist.